Wola 3
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Wola 3 (Traum )

1. Fünf Treppen führen hinab aus dem Tag in die Nacht; fünf Treppen in die fünf Räume des Schlafes, die fünf Arten des Wanderns des schlummernden Geistes, der erwachet im schlafenden Körper und auszieht auf Zeit.

2. Wenn die Seele ermattet vom stets ungewohnt bleibenden Tragen des schwerstofflich - irdischen Leibes, wenn also Schlaf den Menschen auf der Erden überkommt, auf daß die Seele sich ausruhe für den anderen Tag, so ist aber der Geist, der ewig muntere, wach.

3. Und er, der Geist aber, sucht sich Zeitvertreib. Auszieht er aus dem schlafenden Leib, unternimmt manche Wanderung, besucht andere Seelen, erlebt, was andere Menschen erleben - auf Erden und wohl auch in anderer Welt.

4. Was ihr erinnert am anderen Tage, das nennt ihr dann Träume! Und doch: Euer Geist hat all dies wahrhaftig erfahren.

5. Und wie euer Geist euch verlassen hat können beim Schlafe, so können andere Geister zu euch kommen auf kleine Weile. Gar Fremdes gewahrt ihr dann in dem, was ihr Traum wähnt.

6. So merkt euch, daß nichts was ihr sehen könnt, sei's im Wachen, in Gedanken oder im Schlafe, nicht auch wäre; denn alles ist, was Form bildet irgendwie oder irgendwo.

7. Mancheiner hat weite Reisen im Schlaf schon getan - Reisen an ferne Orte, in ferne Zeiten, nach fernen Welten. Und alles war Wirklichkeit, weil es nichts gibt, was nicht wirklich wäre.

8. Was ihr, erwachend, erinnert von Träumen, ist allzumeist Bruchteil bloss dessen, was gewesen war, vermengt auch womöglich mit allerlei Eindrücken verschiedener Geistesreisen.

9. Nicht wichtig ist es für euer irdisches Dasein, um den Sinn der Traumreisen zu wissen, doch nützlich kann's sein. Denn euer Geist sucht sich Ziele, während eure Seele mit dem Körper schlummert, die seine Sehnsucht sind und anderes mehr. 


 

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28. Juli 2010 20:13:52 +0200