Kapitel 1
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1

(1)     Selig, wer da liest, wer Verständnis dem Sinne des Wortes dieses Geschauten entgegenbringt und das Licht der Erkenntnis in seiner Seele lebendig erhält, denn für einen jeglichen ist die Zeit nahe, zu  jedem Tage und zu jeder Stunde.

(2)     Jovian, der  das  Wort  des  heiligen Evangeliums  Gottes geschrieben hat und dieses Gesicht zu schauen würdig gefunden worden ist, allen Gemeinden Gottes  Christi Gruß zuvor in Seinem heiligsten Namen und Geiste !

(3)     Gnade, Segen und Friede sei euch allen  von  Dem, Der war, Der ist, Der sein wird und Dessen heiligstem Namen nach wir uns Christianer nennen dürfen, so wir, in der  wahren  Erkenntnis  Seiner, auch Sein heiligstes Wort werktätig zu befolgen trachten.

(4)     Er, Der allein wahre, allgütige, ewige Gott und Vater alles Lebens liebt uns Unwürdige so, daß Er,  aller   Seiner   himmlischen Herrlichkeit sich entkleidend, unsertwegen Mensch ward, um  uns  aus der Finsternis des Irrtums und der Lüge des Todes herauszuführen und allen, die guten Willens sind, das Licht  des  Lebens Seines .Reiches zu geben.

(5)     Ihm sei unser Dank, Ehre und Preis in aller Ewigkeit !

(6)     Ich, Jovian, euer Bruder und Mitgenosse in Leid und Freude,  in  der Trübsal, immer aber in der Geduld und im Frieden unseres Herrn , war gefangen auf der Insel Patmos wegen des Wortes Gottes Christi und des Zeugnisses Seiner ewigen  Wahrheit. Ende März zu Miletus gefangen und Mitte April  im  letzten  Jahre  des Kaisers Titus, also auch im ersten Jahre des Kaisers Domitian, im Römer jähre 834 verbannt, war ich bereits siebenundsiebzig Jahre alt, aber Gott Der Herr gab mir die Kraft, mit den jüngeren und  jungen  Verbannten nicht nur arbeiten sondern auch 30 manchen von ihnen zur  Erkenntnis Der ewigen Wahrheit Gottes  Christi und des wahren ewigen Lebens in Seinem Reiche bringen zu können.

(7)     Paulus Agatus, der Verwalter, wußte, daß ich auf Anklagen  und Drangen der Juden von dem Präfekten Lucius Anius,der zu Miletus saß, auf unbestimmte Zeit gefangen und verschickt ward; also  horte  auch er mit den Seinen das Wort Der Wahrheit von Christo und enthob mich bald der ärgsten Drangsal.

(8)     Im  dritten  Jahre  meiner Verbannung, die Römer schrieben das Jahr 837  (im dritten Jahre des Kaisers Domitian) am achtundzwanzigsten Tage des Monates Maius (gleich dem vierzehnten Tage des Monates Däsius = Thargelion der Griechen)  am Tage Des Herrn, war ich allein an dem Felsen und im Reiste bei Ihm, denn es war der vierundfünfzigste Gedenktag Seiner glorreichen Himmelfahrt.

(9)     In Wehmut  gedachte  ich Seiner  ersten Begleiter und Apostel, die alle schon bei Ihm waren, als letzter der Bruder Andreas Jonius, von  dem  ich  wußte, daß er erst ein halbes Jahr zuvor zu Patra mit zwei Mitarbeitern  am Kreuze starb und in das Reich Dessen aufgenommen ward, Dessen  heiligstes Wesen, Geist,  Leben,  Licht, Wort  und Namen  wir  unter die Völker trugen, auf daß auch sie der Finsternis des Irrtums  und  der  Lüge  entrinnen und Den allein wahren, ewigen Gott in Christo Dem Herrn erkennen, zu ihrem eigenen zeitlichen und ewigen Heile.

(10)  Alles auf Erden Erlebte stieg in meiner Seele auf in lebendigen Bildern, und  das Wüten  der Juden und ihrer scheingetauften Genossen, die, überall für Auchapostel  des  Herrn  Jesus sich ausgebend, ihre eigenen Judenchristianergemeinden wider die wahren Gemeinden Gottes  Christi  sozusagen  aus  der Erde mit teuflischem Erfolg stampften, hat sich mit einer Bitternis erfüllt, die 'den Gedanken in meiner Seele aufkommen ließ, Gott, Die  ewige  Wahrheit in Christo zu bitten, auch mich von der Erde zu Sich in Sein Reich hinwegzunehmen.

(11)  Und  da ich tränenvollen Antlitzes diese Bitte im Geiste durch die Seele aussprach, siehe, da sah  ich  das  unbeschreiblich wunderbare Licht, wie ich es vor einem Menschenalter bei Seinen Verklärungen gesehen habe, und in dem Lichte Seine  noch  wunderbarer leuchtende heiligste Menschengestalt, und Er, Seine Rechte auf meine Stirne legend, sprach:

(12)  Jovian ! Mein Friede sei mit dir !

(13)  Da warf ich mich vor Ihm nieder und sprach :
Mein Gott und Herr ! Vergib mir, daß ich in solchen Gedanken die Zuversicht  lahme, die uns durch Deine Kraft alle erhalten hat, um  das uns von Dir Auf getragene auch vollbringen zu können da auf Erden !

(14)  Da sprach Er zu mir :
Jovian ! Ich bin Die Vergebung! - sprich also  nicht: vergib  mir !  Du  bist ein Seher; und  damit auch die Nachwelt von deinem Sehertum  gewinne, sollst du sehen, was keines ändern Auge je geschaut hat, noch  schauen  wird können; und was du gesehen hast, das schreibe auf, denn es ist das lebendige Gesicht alles dessen,  was  Ich  euch  auf Erden  gesagt habe, da Ich mit euch gegangen bin.

(15)  Und  da Er noch diese Worte sprach, ward Er in unendliche Fernen entrückt , und doch sah ich Ihn in immer derselben Wesensgröße , als stünde Er bei mir.

(16)  Es  entschwand  meinen  Augen vorher schon die Erde, das Firmament  und alles, was das All dieser Welt genannt wird, und siehe, ich sah da die Unendlichkeit  der Unendlichkeiten  nach allen Seiten hin, ober mir, unter mir, vorne, rück- und seitwärts - es  war  zu  schauen  wie ein unendliches Heer ohne Nasser, wie gläsern und doch wesenlos, als  wäre  nichts sonst da, sondern allein Er  im  Lichte Seines Wesens, Geistes und Lebens, und alle die Unendlichkeit der Unendlichkeiten von diesem Lichte durchdrungen.

(17)  Da  fühlte  ich, daß mir jeder Sinn zu entschwinden drohe, denn obwohl  außer  Ihm  und dem von Ihm ausgehenden, die  Unendlichkeiten durchdringenden Lichte  nichts Wesentliches  da war, war die Anschauung von einer so unendlich über alles erhabenen Große, Ruhe, Reinheit und Heiligkeit  durch Ihn, daß ich in der Leer^ des Wesenlosen selbst als wesenlos mich fühlend niedersank und wie im Traume außer mir denkend sprach :
Herr! mein Gott ! Was ist 'das ? - Wie soll ich mir dieses Gesicht deuten ?

(18)  Und da hörte ich Seine Stimme in mir :
Jovian ! Das  ist die zeitlose Ewigkeit, die  raumlose  Unendlichkeit  und Meine Welt, der Ich  keines Raumes und keiner Zeit  bedarf, weil Ich- ohne Anfang und ohne Ende lebe und bin.
Du wähnst, außer Mir nichts sonst zu sehen; Ich aber sage dir: schaue näher  um  dich  und  sage  dann, was  du siehst !

(19)  Und da  ich  näher  und  genauer um mich sah, siehe, da schaute  ich allerlei  größere, kleiner  und kleine, verschiedenartig gestaltete Dinge wie Samen und wie gläsern durchsichtig, daß ich auch das schauen konnte, daß  es unter der Schale wie ein Korn aussah - und da ich nun dasselbe der Dinge in unübersehbaren und unzählbaren Mengen auch weiter  in  den Fernen  sah, sprach ich verwundert und wie im Traume außer mir denkend :
Herr ! mein Gott ! Was  ist  das ? - So  ähnlich  alle  diese Dinge  einander  scheinbar sind, sehe ich doch ihre unendliche Mannigfaltigkeit  und – o Wunder ! - es  kommt  mir so vor, als sähe ich in manchen ganz kleine und verschwommene Bildchen wie von Menschengestalten, in  ändern gleichfalls solche Bildchen, aber wie von allerlei Getier, und wieder in andern andere Bildchen von allerlei grünem Gewächs !

(20)  Und da hörte ich wiedermals Seine Stimme in mir :
Alles  das, von  dem  du  aber  nur  ein ganz  kleines  Teilchen  siehst, ist mit und neben Mir ewigen Seins und der Ewigkeit  eingeschlossen, kann  aber  in der Ewigkeit  und  in  der Unendlichkeit das Leben  nicht  empfanden,  weil  es  ohne eigens  dafür geschaffene Welt, die Zeiten und Räume angibt, nicht leben, nicht zum  Bewußtsein  des  eigenen Lebens und Seins gelangen, sich nicht auskennen und nicht auswirken kann.

(21)  Deshalb  liegt  es  brach, leblos, unentwickelt,  nichtig,  ein  Sehe ins ein des  eigenen  Seins. - Was  du  schaust, war einmal in der Ewigkeit und du siehst seelisch-geistig alle die Äonen von Zeiten zurück, die seit dem von Mir für alles das Seelisch-Geistige, mit und neben Mir  Seiende  geschaffenen  Anfange verflossen  und der Ewigkeit eingeschlossen sind.

(22)  All  dieser Same, von  dem du zwar solche Mengen und doch nicht einmal den allerkleinsten Teil  des Ganzen  siehst, ist einzeln seines eigenen ewigen Seins, ein Same seelischer Schale und geistigen Kernes, aber ohne Lebenskraft; es war und ist da, erhalten durch ^lein Sein, und da Ich  alledem den Anfang geschaffen habe, soll es das Leben von und aus Mir empfangen, damit  alles,  was  seelischen   und geistigen  Lesens  ist, mit  Mir  da lebe und wirke.

(23)  Was  du  in alledem siehst, ist die ewige Ruhe, in  der allein Ich tätig war, damit alles  das  erhalten  bleibe bis zu dem anfange, den  dafür  zu  schaffen Ich beschlossen  habe,  und  nun  sollst   du schauen, wie  der Anfang geschaffen ward, und  sehend sollst du den Sinn des Wortes fassen, so Ich sage : Ich bin Der Anfang !

 

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28. Juli 2010 20:11:00 +0200