Kapitel 11
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11

 

(1)     Ich hörte die Stimme des Wortes Gottes zu Seinen Engeln sprechen, und als Er gesprochen hatte, erklang von allen Welten  Seines  Reiches Lob, Preis und Anbetung in Worten und im Gesang zu Ihm,  Der   alsbald mitten am Firmamente des Himmelreiches stand - und  wieder  hörte  ich Sein Wort in mir :

Sieh, damit du weißt, was du schreiben sollst !

(2)     Ich wendete mich in der Kraft des Schauens in die  Unendlichkeit,  der neuen Schöpfung  Gottes  zu, und siehe, da war alles in Bewegung, obwohl es den Anschein des Stillestehens hatte;  alle  Welten  liefen, sich langsam oder rascher um sich selbst und dabei  vielfach  auch  um andere drehend dahin, viele eine ihrer Hälften licht, die  andere  verfinstert, kleine, größere, große und manche  ungeheuer  groß, darunter auch  welche  wie  mit  langem  Lichthaar, oder  mit  schier unendlich scheinenden Schwänzen, als sammelten sie in diesen das von den  ändern Abgestoßene - und da –

(3)     o Wunder, merkte ich, daß die Mitte dieses ganzen Alls  und  gerade jene Welt, die dem Reiche  Gottes  entrückt und, andersartig gestaltet, der neuen Schöpfung einverleibt ward, die Richtung auf  das Meer-  der  Seelen  nehme, die  da, wie  in  einem end- und  bodenlosen Grabe, bewußtlos in tiefer Ohnmacht und in  tiefem Schweigen   liegen, viele, sehr viele, ja bereits die meisten in der Unscheinbar keif  winzigen Samens.

(4)     Als ich das sah, ward ein Verlangen in mir wach,  auf  derselben Welt durch das Reich der Ohnmacht und  des  Schweigens  zu gehen – und alsbald stand ich auf einem, ihrer Berge, maßlos erstaunt, zugleich aber auch tief ergriffen, denn nun wußte ich :

ich stand auf der Erde, alles Land um mich  übervoll  grünenden und blühenden Gewächses, Sträucher und Bäume, alles das  Grünende  und Blühende äußerlich wohl nicht so wunderbar zu schauen wie in den Welten des Reiches Gottes, doch aber derselben Seele, desselben  Geistes und Lebens.

(5)     Flüsse reinen Wassers durchzogen das Land wie silbern glitzernde Bänder, in der Ferne lag das Meer, und Wolken zogen dahin, wie um  das Land vor den Strahlen des der Erde -nächsten Lichtquells zu schützen und ihr Wasser zu geben,: auch war da Tag und Nacht.

(6)     Bald aber erreichte  die  Erde  das  Reich  der Ohnmacht und des Schweigens, und siehe, sie zog jene Seelen der  Kinder Gottes und jene der Tierwelt an sich, die noch am wenigsten von der Größe und den Formen ihrer seelischen Gestalt eingebüßt hatten - und hielt sie fest; ich aber habe alsbald erkannt, daß dieses Geschehen nicht  etwa  darin gelegen wäre, sie würden an Seele und Geist weniger verdorben  gewesen sein als die ändern, sondern daß es im Wesen der Seele selbst begründet ist und weder von gut, noch von böse abhängt.

(7)     Der Tage aber, da die Erde durch das Reich der Ohnmacht und des Schwei­gens ging, waren achtundzwanzig, genau  von  einem  vollen Lichte  des bleichen Erdbegleiters zum ändern; nun aber sah ich das lebendige Bild des Werdens der Tiere und der Menschen auf Erden.

(8)     Noch lagen sie bewußtlos und ohnmächtig da und dort, einzeln, wie auch in kleineren oder größeren Gruppen, als Seele, Geist und Leben inmitten all der sie umgebenden irdischen, grob festen Dinge, kaum  wahrnehmbar, als wären sie des Irdischen ein Hauch; durch  die  Einwirkung der irdischen Dinge aber, der Erde, der Luft, des  Lichtes, der  Wärme des Wassers und anderer Kräfte, nicht zuletzt auch durch  die  Einwirkung der dem irdischen Körper des Pflanzenreiches entsteigenden Kräfte, und von alledem durchdrungen, kam alsbald in die Tierseelen  eine  Bewegung , hernach dann, erst vereinzelt, dann aber steigernd auch in die Seelen der Kinder  Gottes.

(9)     Wie im Halbschlafe schlugen da und dort einer oder der andere die Augenlider auf, schlossen  sie  aber  alsbald  wieder, griffen  wie im Schlafe unbewußt um sich, konnten aber das ihnen völlig  Fremde  nicht greifen und erst allmählich erwachte eines oder das andere soweit,  um verwundert, oder auch wie in Sinnestäuschung um sich zu schauen und wie krampfhaft nach einer Erinnerung in sich selbst zu suchen.

(10)  Daß eine Erinnerung so manchem unter den vielen kam, erkannte ich daran, daß sie ihre Hände zu den Höhen des Firmamentes hoben,  und  so mancher bitterlich zu weinen begann; inzwischen  bildeten  die  Kräfte der Erde an dem seelischen Leib einen irdischen Leib, jedoch einer Art, die ihrer Dichte nach nicht einmal mit einem Spinnengewebe  verglichen werden kann.

(11)  Da sie aber sahen, wie allerlei  ihnen  bekannte  Tiere von der grünenden und blühenden Gewächs nehmen, taten sie es auch " und siehe, ihr Leib ward irdischer brachte daß Verlangen nach weiterer Einverlei­bung allerlei Düfte, Säfte und Früchte mit sich, und aus den  Kindern Gottes  wurden Menschen irdischen Leibes, obwohl ihr Leib  nicht viel dichter als ein Spinnengewebe ward.

(12)  Das aber hatte für sie den Vorteil, daß sie nicht an den  Boden der Erde festgebunden waren, sondern sich für kürzer oder länger auch erhebend und schwebend die Gegenden wechseln konnten; - als dann  nach Verlauf von weiteren zwölfmal achtundzwanzig Tagen, die seit den erstgezählten achtundzwanzig vergangen sind, die Erde wiedermale durch das Reich der Ohnmacht und des Schweigens ging, erkannte daran irdisches Jahr .

(13)  Wiedermale nahm die Erde Seelen der Kinder Gottes und  der Tiere auf, und das irdische Werden der Kinder Gottes ward immer zahlreicher; allein bemühten sich die schon zuvor Hergelangten um die Neuangekommenen, und das wiederholte sich, bis alle Teile des  Landes der Erde von Menschenscharen bewohnt wurden.

(14)  Viele einzelne unter ihnen erinnerten sich mehr oder weniger  an  das traurige Geschehen, suchten die Erinnerung daran auch in  den  ändern zu wecken, und schon waren unter ihnen auch einzelne, denen  die  Fähigkeit eigen war, die reingebliebenen Engel  Gottes  nicht  nur zu schauen sondern auch zu sprechen, von ihnen Mitteilungen  zu  empfangen und sie wiederzugeben, ja es fehlte auch  nicht  an  einzelnen solchen, durch welche sich die Engel Gottes den Menschen selbst mitteilen konnten, und also  war  das  Seher- und  Prophetentum  bald nach dem irdischen Menschwerden der von  Gott  sich   abgewandten, aus Seinem Reiche ausgezogenen und zur  Erde  gelangten  Kinder   da.

(15)  Wie alle Engel als Kinder  Gottes  (aber auch das gesamte ^ Tierreich) in Seinem Reiche geschlechtslos sind,  waren  auch  diese ersten, auf die Erde gelangten Scharen geschlechtslos, und der  ein­fache Organismus ihres sich da dem Wesen und - den Formen  des  seelischen Körpers nach aufgebauten irdischen Leibes brachte es mit sich, daß sie hunderte von Jahren, ja nicht wenige auch über tausend Jahre lang da leben, schaffen und wirken konnten, ihrer irdisch - leiblichen Beschaffenheit entsprechend.

(16)  Als aber die Erde aus dem Reiche der Ohnmacht und des  Schweigens im Verlaufe von Zeiten Seelen aufnahm, die,  wie  ich   gesehen hatte, vorher schon und inzwischen zu einer Unscheinbarkeit, Winzigkeit und scheinbar völligen Nichtigkeit des bloßen seelisch-geistig - lebendigen Samens geworden sind, war es diesen nicht  mehr  möglich, auf Erden so verkörpert zu werden, wie  den  vielen, vielen  Scharen ihrer Vorgänger - und nun geschah irdisch Wunderbares.

(17)  Der  hergelangte  seelisch-geistig-lebendige  Same  in  seiner Winzigkeit und scheinbaren Nichtigkeit, von den kürzer  oder  länger schon  dagewesenen, irdisch  verkörperten  Seelen  gar nicht wahrgenommen, ward von dem schon Irdisch - Leiblichen  der Vorgänger  seiner Art so angezogen, daß  er  sich  ihnen  unbewußt  einverleibt hatte, von ihrem irdischen Leibe sich  seinen  eigenen  Leib  baute, wuchs, durch sein Sicheinverleiben und Wachsen bildete sich im  Körper  des Trägers ein neues leibliches Gefüge, durch die  zunehmende  Entwicklung und Schwere auch ein Ausgang, und hatte die  Entwicklung  einen bestimmten Grad erreicht, verließ die nun irdisch  bekleidete  Seele ihres Trägers Leib.

(18)  Staunend sahen diesen Vorgang die Menschen erst bei  den.  Tieren, im Verlaufe der Zeiten aber auch unter sich selbst - und also  ist  auf Erden das Weibliche und die Mutter entstanden; die  Menschen    sind irdisch-leiblich anders geworden, als es die ersten ihrer  Vorgänger gewesen sind, und so war es auch mit den Tieren, wie vielfach   auch mit allerlei grünem Gewächs, und schon dadurch, aber auch  sonst bekam auch die Erde ein anderes Aussehen.

(19)  Nach  Verlaufe  weiterer  irdischen  Zeiten, in  welchen immer neuer seelisch – geistig - lebendiger Same aus dem Reiche  der  Ohnmacht und des Schweigens auf die Erde kam, fand die  erwähnte  Einverleibung weiter statt, doch aber war die Beschaffenheit  des Samens bereits eine solche geworden, daß er von den weiblich gewordenen Trägern (ohne ihres Wissens und Willens) wohl angezogen und einverleibt wurde, nicht aber aus eigener Kraft von ihrem Leiblichen nehmen und sich entwickeln konnte

(20)  Weil er aber da und seinen Trägern einverleibt  war,. konnte  es ohne Folgen und entsprechende Erscheinungen nicht bleiben  und  zeigte sich - ganz  besonders  bei  Menschen - durch  das  Zeichen einer  Art Blutung an; - die Beschaffenheit dieses  Samens  benötigte  schon  be-.  sonders zubereiteter irdischer Safte, und um  seine  Entwicklung   beginnen zu können, mußte der Same mit ihnen in  Berührung  kommen,  sie mußten ihm einverleibt werden.

(21)  Die inzwischen eingetretene, durch  reichlichere  und  mehr verschiedenartigere Nahrung bewirkte eine größere und immer mehr  in  Erscheinung tretende Verdichtung des  irdischen  Leibes,  verbunden  mit allerlei Kräften der Erde, zeitigte in den Nichtträgern des  seelisch ­ geistig - lebendigen Samens nicht allein  jene  erwähnten,  zur  Weckung seiner Entwicklung notwendigen Säfte, sondern mit der Zeit auch  immer sinnvoller und kräftiger hervortretende Organe, und also entstand  das Männliche auf Erden.

(22)  Bis dahin sah ich im Geiste mehr als hundertmal  zehntausend  irdische Jahre vergehen, und die Menschen der Erde hatten einerlei  Erkenntnis, die auch dann noch, wie zuvor, durch Seher und Propheten  unter  ihnen erhalten geblieben ist; also wußten sie von ihrem einstigen Leben  und Schaffen in der wahren Welt des Reiches  Gottes, welches sie  das Paradies nannten, von ihrer Abwendung von Gott, von ihrem  Auszuge, von ihrem einstigen Sterben, und da sie auf Erden so  füreinander  alles  Gute  und Schöne zu schaffen trachteten wie einstens in der wahren Welt, war die Erde  gerade auch darin ein Spiegelbild des. Reiches  Gottes.

(23)  Es waren unter ihnen wohl auch schon im Anbeginn ihres irdischen Daseins, wie auch im Verlaufe der Zeiten, solche Seelen, die mehr oder weniger bewußt wie auch unbewußt dem Bösen neigten, da jeder Seele der Kinder Gottes, die von Ihm sich abgewendet und aus Seinem  Reiche gegangen sind, ein Malzeichen ihres damaligen  Trachtens, Wollens  und Tuns eingeprägt blieb und in ihrem irdischen Dasein mit leb endig  ward, doch waren solche, die dem Bösen weiter neigte n, nur  vereinzelt   und konnten den sich geschaffenen Frieden der unzähligen ändern  ernstlich und auf die Dauer nicht stören.

(24)  Die steigend zunehmende leibliche Dichte band  aber  alle  immer mehr auf den Boden der Erde, und auch die Dauer des Daseins ward merklich zusehends kürzer; das viele Unbekannte  und  Neue  des  irdischen Lebens und Schaffens, das Entstehen des Weiblichen und dos Männlichen, die eingetreten g Unmöglichkeit, sich nach Willen von Boden zu  erheben und schwebend nach Belieben weite Gegenden zu wechseln, und  die   un­zähligen ändern Umstände brachten es mit sich, daß  die  von  einander entfernter lebenden Menschenscharen das  Neue  anders  als  die ändern nannten, - und also entstanden aus der  ursprünglich  einen  himmlischen Sprache einzeln und in der Folge immer mehr irdische Sprachen.

 

 

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28. Juli 2010 20:11:01 +0200