Kapitel 13
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13

 

(1)     Und siehe, da .sah und erkannte ich den Zweck der vielen wie flammenden Augen an den Vermummten, denn in der Finsternis des höllischen  Firma­mentes , aber auch außerhalb in der Leere, zeigten sie den ändern stets den Ort an, wo sich die vier  Lebendigen  und  Schaffenden  mit  ihrer Schar befanden - und ich erschrak, als ich sah, daß gerade derjenige  mit  seiner Schar, der den Mummenschanz wie eines Löwen trug, die Richtung zu jener finster unreinen Welt des Jenseits nahm, auf deren Boden  ich  stand; immer naher kam er mit den Seinen, in alle  Richtungen  schauend  und spähend; ich nahm an, daß er und sie alle die  Welt  und  mich  sehen müßten, sie aber  zogen  schwenkend  vorüber, und ich  habe  erkannt, daß sie weder die Welt auf der ich stand,  noch  mich  sehen konnten.

(2)     Wie diesen Vermummten und seine Schar, sah ich  in  der  Unendlichkeit der Leere auch die ändern  dreiundzwanzig  Scharen   suchend spähen, vorwärtsstreben, schwenken, umkehren  und  immer  neue .Richtungen einschlagen, und da erkannte ich, daß sie wie  in  Kreisen immer wieder auf Stellen kamen, wo sie mehreremale zuvor schon  gewesen sind und daß sie aus  den  gezogenen  Kreisen  gar  nicht heraus  und weiter gelangen können.

(3)     Mir schien, daß sie selbst es aber gar  nicht  merkten, und  da wandte ich meine Blicke wieder dem höllischen Pfuhle  zu  und  siehe, da saßen vor dem Throne des alten Drachen einige,  denen  er  befahl, die Namen der er in Bücher zu schreiben, die den Pfuhl  seiner  Schöpfung mit ihm bezogen haben; die Bücher aber hatten Blätter  wie   von dünnem Erze, und die Griffel schrieben die Namen  wie  in  flammenden Zeichen.

(4)     Jeder aber, der aufgeschrieben ward, mußte zu dem  aufgeschrie­benen Namen auch noch mit seiner eigenen  Hand  ein  Zeichen  machen, worauf die Schreiber dasselbe Zeichen mit dem Griffel auf die  Stirne des Betreffenden zeichneten.

(5)     Darüber verliefen Zeiten, und ermüdet von all dem  Schauen  war es mir, als schliefe ich ein und als wie wenn der  Schlaf  tausendmal zehntausend Jahre gedauert, ich aber alle  die  Zeiten  hindurch auch im Schlafe weiter alles Geschehen im Himmel, auf Erden, im  Jenseits und in dem Pfuhle der Hölle geschaut hätte, gar nicht recht erwachen könnte, fühlte mich wie schwer bedrängt  und  darüber   erschrocken, sprach ich im Geiste ein Gebet zu  Gott.

(6)     Da fühlte ich Seine Kraft und hörte Seine Stimme in mir :

Stehe auf und gehe durch das Jenseits zur Erde, um sehen und  schreiben  zu .  können, was überall dort geschehen ist und weiter geschehen wird !

Gestärkt, Ruhe und Frieden in der Seele stund ich auf und alsbald gelangte ich von einer Welt des Jenseits in die andere.

(7)     Und siehe, die düsteren, unreinen und schattenvollen Welten des Jenseits sah ich leer wie zuvor; schon aber fand ich die nächsten, nicht so schattenvollen und andere weniger düstere Welten von Seelen verstorbener Menschen bewohnt, und weiter gelangend, sah ich sie  in den lichteren und reineren Welten in immer größeren Scharen, und  so auch in den reinen und lichten Welten, von welchen die sieben  reinsten und lichtesten der wahren Welt des Reiches Gottes am nächsten stehen.

(8)     Wie lange dieser mein Weg durch die Welten des Jenseits gedauert hatte, ermaß ich fühlend den bis dahin vergangenen Zeiten  nach  und habe darnach erkannte daß wiedermals ein Zeitverlauf der Ewigkeit eingeschlossen ward, der tausendmal zehntausend  irdische  Jahre  umfasst.

(9)     In allen den Welten, die ich bewohnt fand, sah ich die einstigen  Kinder Gottes als Menschenseelen werktätig, aber in einer Reihe  von neunundvierzig der jenseitigen Welten fand ich sie  zu  weitaus  überlegenem Teile teils wie in tiefer Ohnmacht und teils  .wie   schlafend; diejenigen unter ihnen aber, die nicht  vollends  schliefen,   sondern erwacht waren in verschiedenen Graden, des  Wachseins,  gaben  deutlich zu erkennen, daß sie nicht wissen, wo sie sich  befinden  und was  mit ihnen  vorgeht,  und  ich  habe  erkannt, daß sie nur  teilweise  über einen einer solchen ihrer jenseitigen Welt  entsprechenden  Leib  verfügen und sich ihn erst schaffen müssen.

(10)  Und gerade in diesen Welten sah ich nicht wenige, die zwar einen dem Wesen dieser Welten entsprechenden Leib tragend, sich um jene  bemühten, die wach und halbwach einen so  hilflosen  Eindruck  auf  mich machten; schon aber habe ich auch erkannt, daß die Helfer trotz  ihres der betreffenden Welt entsprechenden Leibes  Seelen  lichterer  Welten sind. und sich von den Dingen der Welt, in der ich sie sah, einen  entsprechenden Leib nur deshalb aufgebaut (angenommen) haben, um  in  ihr handgreiflich helfend wirken zu können - und solcher war in einer jeglichen der neunundvierzig Welten eine nicht kleine Schar.

(11)  Einige von ihnen bemühten sich, die  Wachen  und .Halbwachen  zu laben, ihnen allerlei Nahrung und Trank, wie  solche  die  betreffende Welt bietet, einzuflößen und ihnen dadurch jenen  Leib  aufzubauen  zu helfen, zu dessen Entstehen die Kräfte der betreffenden Welt  an  sich schon eine Grundlage geben, - ohne Wissen und Wollen der  dahin  gelangten Seele; " andere von ihnen bemühten sich  um  die  Ohnmächtigen und Schlafenden, um sie zum Erwachen zu bringen - und wieder  andere  predigten und redeten jenen zu, die voll erwacht, gelabt  und  geleitet, in den Besitz des ihrer Welt entsprechenden Leibes gelangt sind.

(12)  Dann sah und erkannte ich, daß  eine  jede  der  neunundvierzig Welten eine Verbindung mit je acht anderen Welten des  Jenseits  hat, und daß jede der erwachten und belehrten Menschenseelen in  dem  sich aufgebauten Leibe in eine bestimmte dieser acht Welten gelangen kann, und erst von dort aus sich ihr die Möglichkeit bietet,  lichtere  und reinere, - oder aber auch nach ihrem freien Willen lichtärmere,  unreinere und schattenvolle, ja selbst auch die düsteren und  finsteren  Welten des Jenseits erreichen zu können.

(13)  Allein aber auch das sah und erkannte ich, daß  je  sieben  der acht mit einer der neunundvierzig Welten  des  Schlafes   verbundenen Welten lichter und reiner sind als jede der  neunundvierzig,.  dagegen jede achte weniger rein und licht als diese - und daß jede der erwachten, mit dem Leibe ihrer Welt  angetanen und belehrten Seelon dorthin strebt, wohin ihr  einst  sich  bei  dem Auszuge aus der wahren Welt des Reiches Gottes eigenwillig   erworbenes Malzeichen sie hinzieht.

(14)  Jedes dieser Malzeichen ist gegen eine, mehrere, oder auch  gegen alle jene Eigenschaften der guten Seele und des guten Willens  jeglichen  erkenntnisfähigen  Geistes  gerichtet,  Eigenschaften,  die  in höchster Vollkommenheit, Reinheit und Heiligkeit  Gott eigen sind und Er in ihnen Die ewige Wahrheit, Güte, Liebe, Erbarmung, Vergebung, Gerechtigkeit und Selbstaufopferung ist - und je demnach, welchen Grad von gegenteiligen Eigenschaften das Malzeichen und durch dieses die Seele in sich trägt,  wie  auch  durch welchen Grad des Willens des Geistes die  gegenteiligen  Eigenschaften des lebendigen Malzeichens der Seele zu unterdrücken und  auszumerzen, oder aber als das gerade Gegenteil davon, zu vertiefen, zu nähren  und zu erweitern gesucht und getrachtet werden, demnach auch das Licht, oder die Finsternis der Seele  und  des Geistes ist.

(15)  Und da es der Grade der Gefühle und des daraus  sich  ergebenden Trachtens der Seele einerseits, wie auch der  Grade  des  Willens  des Geistes anderseits unzählige gibt, ist auch die Mannigfaltigkeit   der Grade des Lichtes, sowie der bis an die  volle  Finsternis  reichenden Grade der Schatten und des Düster - Unreinen unzählbar und unübersehbar.

(16)  Weil es aber trotzdem Scharen gibt, die seelisch-geistig in einem fast gleichen Trachten und Wollen aufgehen, das Trachten und Wollen anderer Scharen aber im Wesen und in Graden so mannigfaltig ist, deshalb auch so viele Welten des Jenseits, wo in jeder einzelnen Welt nur  das beisammen lebt und wirkt, was dorthin gehört.

(17)  Keine Welt des Jenseits erlaubt und ermöglicht es, daß dort Gutes und Böses, Schönes und Abscheuliches, deines und Schmutziges, Heiliges und Teuflisches, Liebes und Garstiges, Wahres und Verlogenes, Erhabenes und Verwerfliches, Hohes und Niedriges, Geordnetes und Wüstes im Lichte und in der Finsternis mit; in- und untereinander leben und wirken kann, denn alles das ist nur auf Erden, weil es dort der  Erkenntnis des Guten und des Bösen, der Wahrheit und der Lüge  und  der Erkenntnis des seelisch-geistigen Lichtes, wie auch der seelisch-geistigen Finsternis dient - und deshalb ist das irdische Leben, sind Werktätigkeit  und  Erkenntnis alles des da Aufgezählten so unendlich wichtig für die  Ewigkeit , und für nicht wenige geradezu entscheidend.

(18)  Ich habe in den einzelnen der neunundvierzig Welten einige Seelen  gesehen und erkannt, deren  Malzeichen  durch  ihr  Trachten, Wollen und Wirken im  Menschenleibe  auf  Erden  ungleich  ausgeprägter,  größer, ärger und finsterer geworden ist, als es ursprünglich während des Auszuges und bei dem ersten Sterben war, dagegen aber sah ich bei vielen andern  das  gehabte  Malzeichen unter dem Malzeichen ihrer guten. Werke auf Erden wie  ohne  Kraft  und fast verlöscht, denn das Licht des Malzeichens ihrer guten Werke durchdrang das alte Malzeichen und ließ das Unreine seines Wesens kaum mehr erkennen.

(19)  Der Welten des Jenseits aber, die zu je acht mit einer der neunundvierzig Welten in Verbindung stehen, gibt es zusammen  dreihundertzweiundneunzig; von diesen sind dreihundertdreiundvierzig in verschiedenen Abstufungen lichter und reiner, dagegen die restlichen neunundvierzig gleichfalls in Abstufungen lichtärmer und unreiner als die  neunundvierzig  Welten des Schlafes - und all dem Gesehenen nach habe ich erkannt, daß  die  weitaus überlegene Mehrzahl der Seelen aller schon um jene Zeit (die ich  angegeben habe) auf Erden verstorbenen Menschen in eine der Welten des Schlafes gelangt und daß diese Welten die eigentliche Mitte aller  Welten  des  Jenseits bilden, und daß es von ihnen aus so viele  immer  lichtere  und reinere Welten gibt, die in die wahre Welt des  .Reiches  Gottes wie anderseits auch, daß es  ebenso viele,  jedoch  stufenweise  immer lichtärmere, unreinere und finster - düsterere Welten gibt (in  welche ich bis dahin noch keine Menschenseele fand), die fast bis zur  Grenze der Welt des höllischen Pfuhles reichen.

(20)  Und da ich das sah und erkannt habe, erschauerte ich im Schrecken, denn in mir stieg der finstere Gedanke auf, daß Gott, der Die ewige Wahrheit, Güte und Liebe, ist, Selbst durch das Schaffen solche Welten des Jenseits allen, die dem. alten  Drachen - Satan  etwa  doch noch Neigenden und Zugetanen die Möglichkeit gebe, den  Pfuhl  höllischer Finsternis erreichen zu können und verloren zu .gehen - und  wie von schwerem Fieber geschüttelt, fürchtete ich irre zu werden, denn in zweien der  neunundvierzig  Welten  sah  ich  kleinere Gruppen Seelen allerlei zwar nicht durchaus  finsteren, jedoch   aber mehr oder weniger - unreinen Malzeichens, von gar  keinen  Lichtzeichen guter Werke gedeckt.

(21)  Und wie einstens vor und während des Auszuges der  Scharen  au der wahren Welt des Reiches Gottes sah und hörte ich auch  jetzt viele Seelen reineren und lichteren Wesens und  Malzeichens,  welche ihr einst sich erworbenes unreines Malzeichen mehr  oder  weniger, ja bei sehr vielen fast zum Verlöschen gebracht  hatte,  jenen   kleine Gruppen zureden, auf die ewige Wahrheit, Güte und Liebe  Gottes einerseits und auf die Verlogenheit, Bosheit und auf den Haß des  alten Drachen-Satans und Widersacher Gottes anderseits  hinweisen, bitten, mahnen, sie immer wieder aufs neue alles des Furchtbaren  und Entsetzlichen vor und während  des  einstigen  Auszuges   Geschehene erinnern, aber ich sah und hörte, daß alles  das  bei  vielen  einzelnen denen es galt, wenig und sehr wenig, ja bei manchen überhaupt  nicht fruchtete.

(22)  Diese wiesen darauf hin, daß weder sie  selbst - noch  einer der ihnen Zuredenden die  Schöpfung  dessen  erreicht  habe, der  das  zu schaffen  versprach, was  Gott  nicht  geschaffen  hat  und  nicht schaffen kann, daß sie aus Fernen nur den Beginn, den  Anfang-, nicht aber die Vollendung seines Schaffens gesehen haben, diese daher keine gesehen hat, deshalb auch keine Behauptungen dagegen beweisen könne und den Schöpfer eines so unerhört großen Werkes etwa nur aus  Neid und Kränkung über das eigene Unvermögen einen „alten Drachen“, eine: „Satan“, und die Seinen „Teufel“ nenne.

(23)  Da ich das hörte und in dem Antlitz dieser Sprecher .die  eigen Bosheit ausbrechen sah, trat ich hinzu und  begann  ihnen  wie   auch jenen, die sich um sie bemühten, mit großer Stimme  zu  predigen, da. ich es bin, der den Pfuhl höllischer Finsternis und das  Treiben sei­nes Schöpfers mit den Seinen, wie auch alles  was  dort  vorgehe, gesehen habe, es daher kenne, aber siehe, ich habe alsbald gesehen und erkannt, daß mich  kei­ner von ihnen allen weder sieht noch meine Stimme hört  und  daß  ich, obwohl selbst alles sehend und hörend, ein Fremdling  all  der  Seelen und Welten bin und von diesen letzteren so wenig als eigenen  Leib  an mir trage, daß ich selbst zwar alle und alles sehen und  hören konnte, sie aber nicht mich.

 

 

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28. Juli 2010 20:11:01 +0200