Kapitel 15
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15

 

(1)     Diese und viele andere Erwägungen ergriffen meine Seele, als ich  darüber nachdachte, wie ich alles das Gesehene, Gehörte und Miterlebte für die Menschen schreiben werde, damit sie mein Zeugnis verstehen, und der Geist des geschriebenen Zeugnisses kraft des guten Willens ihres Geistes in ihrer Seele so lebendig werde, daß sie im seligen Frieden dem Heile des wahren ewigen Lebens im Reiche Gottes mit Zuversicht entgegengehen können.

(2)     In diesen und vielen ändern  solchen  Gedanken merkte  ich   es kaum, daß ich inzwischen aus der Mitte der  Welten  des  Jenseits  in eine der reinen und lichtvollen  Welten  gelangt  bin,  die  an   das Reich  Gottes  grenzen, und  zurück  in  die lange Reihe der Welten des Jenseits bis zu  ihrer  Mitte  schauend,  freute   ich  mich darüber, daß die Zahl ihrer Bewohner eine  so  überaus   große   ist, daß dagegen die Zahl jener, die den Weg des  Verderbens  nahmen,  und die ich in den lichtarmen, unreinen und düsteren Welten gesehen habe, fast verschwindet - und der wahren Welt des  Reiches  Gottes  mich  zuwendend, dankte ich in der Seele und  im  Geiste  Den  Allgütigen, daß Er  zur Rettung aller, die auch nur einen  kleinen Teil  ihres  einst  in  so großem Maße gehabten guten  Willens  aufbringen, eine  so  große  und wunderbare Schöpfung entstehen hat lassen.

(3)     Und da ich in seligem Frieden betend dankte, siehe, da sah  ich Ihn wiedermals mitten am Firmamente  Seines  Reiches  mit  zum Segnen ausgebreiteten Händen im  unbeschreiblich  wunderbarem  Lichte Seiner Kraft; ich fiel nieder und da hörte ich Seine Stimme in mir :

(4)     Jovian ! Da du Zeiten hindurch von der Erde abgewendet warst, sollst du jetzt wieder  hinsehen,  damit . du auch über das Wirken und Schaffen der Menschen  dort   weiteres schreiben kannst,  den  Kommenden zum Zeugnis und zur Erkenntnis !

(5)     Und da ich mit von Seligkeit tränenden Augen aufsah, war es mir,  als stände Er bei mir und als berühre Seine  Rechte  meine  Stirn, -  Ich brachte den Mund nicht auf, aber in der Seele sprach ich :

Herr ! Mein Gott ! Ich danke Dir für alle,  die guten Willens Dich wieder gefunden haben, und für alle, die guten Willens Dich noch finden  werden .zum Heile  des  wahren  ewigen  Lebens  in Deinem Reiche !

(6)     Wie lange ich in diesem Danke meiner Seele verblieb, ich weiß es  nicht; als ich aber aufstand und aufsah, siehe, da war ich auf  Erden   und, über Berge, Taler, Länder und Meere schauend, sah ich  so  mancherlei Veränderung im äußeren Aussehen dieser Welt; es war mehr Land da  als früher, ein großes der Länder war geteilt, von dem ändern Teile fortgerückt und dazwischen ein Meer, welches wieder von dem größten Meere geteilt war durch das geteilte große Land.

(7)     Doch aber war die Erde dasselbe schwache Spiegelbild und der Abglanz einer der kleinsten Welten des  Reiches  Gottes, es  waren auch dieselbe Sonne, Mond und Sterne des Alls dieser Welt da, wie alles erschaffen ward; es war vielfach auch ein  anderes Pflanzenreich, eine andere Tierwelt und es waren auch andere Scharen Menschen allerlei Farben da als anfänglich und in der Folge, aber, von Land zu Land schauend, sah  ich,  daß  inzwischen  im Wirken und Schaffen der Menschen nur jene Änderung eintrat,  daß  sie größere Städte und Orte gebaut, Felder und Garten geschaffen  und bestellt hatten, mit allerlei Fahrgerät das Land, mit Schiffen die Meere befuhren und alles Land so dicht bewohnten, daß ich  ihre  Gesamtzahl auf mehr als fünfundzwanzigtausendmal Hunderttausend schätzen  mußte.

(8)     Und eine große Freude ergriff mich, als ich überall  unter  den Menschen einen Frieden fand; wohl  sah  ich  in  der Seele so manches Menschen ein unreines, ja selbst  auch  düster - finsteres  Malzeichen, aber die weit, weitaus überwiegende Mehrzahl trug ein solches in ihrer Seele, daß es im Lichte des Malzeichens ihres guten Willens und ihrer Werke nur schwach und wie verlöscht erschien.

(9)     Auch standen sie in einem viel emsiger gepflegten Verkehr mit den verstorbenen Ihren durch so manche fähige Seher, Propheten und Mittler, wußten von ihrem einstigen Leben und Wirken in der  wahren  Welt  des Reiches Gottes, von ihrer Abwendung von G oft und von ihrem Aus­zuge aus Seinem Reiche und daher kannten sie keine andere Gott Verehrung und keinen ändern Gottesdienst als allein den, einander Gutes zu erweisen und Gutes  zu  tun, dann aber auch, : an jedem siebenten Tage unter freiem Firmamente sich zu versammeln, von dem Geschehen ihres einstigen Auszuges zu  sprechen,  durch einen etwa unter ihnen seßhaften oder von Ort zu Ort und von Land  zu Land pilgern de n Propheten-Mittler das Himmelreich oder auch das lichte Jenseits zu hören, Gott durch eigene Reden zu preisen, Ihm zu danken, sich zu freuen und sich auf das Abgehen von der Erde so vorzubereiten, daß sie hernach zu Ihm in Sein Reich wieder gelangen.

(10)  Alledem nach sah und erkannte ich, daß sich im Schaffen, Wirken und in der Erkenntnis der Menschen in einem Zeitverlaufe von mehr als  dreitausendmal zehntausend irdischen Jahren nicht viel und fast gar nichts geändert hatte, was irgendwie schwerer nachteilig für sie wäre -  und über alles das freute ich mich unendlich, von Land zu  Land  und  von Volk zu Volk schauend immer mehr.

(11)  Ich sah die Menschen auf Erden von Scharen Menschenseelen des lichterer und lichten Jenseits aber auch von reinen Kindern Gottes umgeben, von Zeit zu Zeit mit ihnen  durch  fähige  Mittler-Propheten sprechen und freute mich auch darüber, daß die Bewohner der unreinen, düsteren und finsteren Welten des Jenseits, die ich gelegentlich einzeln oder in kleiner Zahl gleichfalls unter den Menschen auf Erden Umschau halten sah, bis dahin keinen Mittler, Seher, Propheten und daher auch keine Gelegenheit fanden, sich den Menschen mitteilen zu können.

(12)  Ich sah von der Erde aus ihre Welten und als ich dort Nachschau hielt, siehe, da sah ich die ganze Reihe der von Stufe zur Stufe  unreineren, düsteren und finstereren Welten deutlich mehr bewohnt,  und schon sah ich einige wenige dieser lichtlosen Menschenseelen Anstalten zu treffen, um jene finstere und wie drohend düstere Welt zu beziehen, von der aus die Grenze der Schöpfung des alten Drachen und Satans, der Pfuhl höllischer Finsternis, nicht allzuferne ist.

(13)  Als sähe ich jetzt schon in die Zukunft, erschrak ich heftig in dem Gedanken und in der Vorstellung, die von dem alten Drachen Ausgesandten würden die finsteren Ankömmlinge in der ihnen, zusagenden finsteren Welt finden, von ihnen den Aufenthalt der gesuchten Scharen erfahren und durch das finstere Jenseits etwa auch noch zur Erde geführt .worden, und  Gott bittend, mir die Kraft zu geben, all den weiteren Geschehen aus der Nähe folgen zu können, stand  ich  alsbald  wiedermals in jener wie drohend düsteren und  finsteren 'Welt, von  wo  aus ich Zeiten zuvor die Vorgänge im Pfuhle der Hölle geschaut habe.

(14)  Nicht mehr Furcht, aber  ein  unsagbarer Ekel und  Grauen  ergriff mich, als ich wiedermals  den  alten  Satan auf  seinem  Throne sitzen sah und seine heiser krächzende Stimme vernahm, als  er  gerade mit nicht wiederzugebenden und  mir  vielfach  auch   unverständlich neuen Worten  fluchte  und jedem Ungehorsam  die furchtbarste Rache schwur.

(15)  Ich sah um seinen ungeheuren Thron die  vierundzwanzig  kleineren Throne ringsum für die damals von ihm Ausgesandten aufgebaut, auf jedem der Throne lag das von ihm damals versprochene  Kleid  und  die wie goldene Krone, vor jedem der Throne standen auch schon die sieben Leuchter der Lästerung - aber alle die vierundzwanzig Throne waren leer, es  saß  keiner der zwanzig, die er Älteste genannt hatte, und auch keiner der  vier, von ihm die Lebendigen genannt, auf ihnen.

(16)  Und da ich mich umsah, siehe, da sah ich sie, jeden mit seiner Schar immer noch suchen und sich dabei nach den jeweiligen Wege  und Standorte der vier Lebendigen des alten Satans  richten,  die  immer  noch vorne, hinten, seitwärts, oben und unten  voll  gemachter  Augen, die wie Feuerflammen zuckten, den ändern den Weg ihres  Suchen s  angaben.

(17)  Wie einst zuvor, strich bald auch diesesmal einer der vier  mit seiner Schar ganz nahe an der Welt, über deren Boden ich  stand, vorbei, aber wie das erstemal, erkannte ich auch diesesmal, daß  er  weder die Welt noch mich sehe, noch irgendwie sonst wahrnehme, und  ich sah zu, wie er und alle die ändern, wie  wahnsinnig  weiter  suchend, in riesigen Kreisen herumfuhren.

(18)  Angeekelt und von Widerwillen gegen alles  dieses  Treiben  ergriffen, wandte ich mich um, erschrak  aber, als  ich  sah,  daß  ich nicht mehr allein in der Welt des  Grauens  bin,  sondern  daß  jene, die ich zuvor in einer ähnlichen Welt hierher  zu  gelangen  Anstalten treffen gesehen habe, nun da waren, zehn an der Zahl.

(19)  Ich sah sie deutlich und fand a1sogleich, daß ihr Aussehen  dem Aussehen der Teufel ähnlich und sehr ähnlich war, denn in  ihrem  aus den unreinen Dingen der von ihnen durchgegangenen  Welten  gebildeten Leibe sahen sie noch schrecklicher aus als in ihrer Seele; trotzdem aber fing ich alsogleich  an  auf  sie einzureden,  um sie von ihrem letzten Schritt ins Verderben abzuhalten, aber alsbald habe ich erkannt, daß sie  mich  weder sehen  noch hören und auch nicht fühlen, so ich,  trotz  des  Ekels und  Grauens, einen oder den ändern bei der Hand zu ergreifen versucht habe.

(20)  Also ließ ich von ihnen ab, sah  aber,  daß sie  alle  wie  gebannt , in jene Richtung schauten, wo ich die suchenden   Teufelvorderen wußte, und nun sah ich, daß auch sie alle  die  Suchenden  sehen, und da gerade wieder einer der vier  mit  den  überall an  sich angebrachten feuerflammenden Augen Angetanen mit seiner  Schar  in  die Nähe der finsteren Welt schwenkte, auf der die  Zehn  standen,  erhoben diese ihre Hände  und  begannen  aus  allen  ihren Kräften zu schreien :

Ja – Ave !, efa - aje  Ja – Ave ?  efa aje ?  Ja – Ave !

(Der Heilige !, wo ist der Heilige - wo ist ? der Heilige !)

 

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28. Juli 2010 20:11:01 +0200