Kapitel 2
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(1)     Und siehe ! Da sah ich Ihn in unermeßlicher Ferne und doch wieder mir wie zum Greifen nahe, aber anders, ganz anders als zuvor; Er  war  wohl  Derselbe Christus, unser Gott und Herr, in  demselben  Lichte  Seines  heiligsten Lesens, Geistes und Lebens, und wie zuvor, durchdrang auch jetzt dasselbe Licht der Unendlichkeit unermeßliche Fernen allüberall - aber  durch  das Licht gingen von Ihm Strahlen allerlei anderen Lichtes  aus, die  in Seinem Lichte fast augenblicklich allüberall in die Unendlichkeiten der Fernen drangen, und überall dort sah ich eine Bewegung, die  zu schauen war, als ballten sich dort lichte Wolken zu Wolken allerlei Lichtes kugelig zusammen.

(2)     Das  sah ich ober mir, unter mir, allseitig, und darüber verlor ich  den  Sinn  dafür, was  oben, was unten und was seitwärts sei; in schwerer Verwirrung wandte ich meinen Blick wieder Ihm zu, und als ich Ihn  in  der Ferne, mir aber doch so nahe, mit erhobenen Armen stehen sah, wurden meine Sinne wieder klar.

(3)     Ich faltete  meine Hände zur Anbetung, brachte aber kein Wort hervor, denn  was ich sah, kann mit horten keiner Sprache gesagt, beschrieben und  so erklärt werden, daß sich ein Mensch davon auch nur den Schatten  einer  wahren Vorstellung machen könnte; doch aber, weil mir gesagt ward :

Schreibe auf, was du gesehen und gehört hast ! -

folge ich und  schreibe, ohne  nach besonderen Worten zu suchen, weil dafür keine zu finden sind.

(4)     Ich  sah das Wirken des heiligsten Wesens  Gottes besonders, besonders auch die Strahlungskraft Seines heiligen Geistes, besonders das Wirken Seiner Lebenskraft  in  Seinem Wesen, in Seinem Geiste und in Dessen Strahlen, in  diesen aber gleichfalls besonders jene Kräfte einzeln  und  zusammenwirkend, welche die Fernen der Unendlichkeit in Bewegung  brachten  "  ich sah  G o t t in Seiner Kraft schaffend und ich sah, w i e Er schafft Licht im Lichte, kraft Seines bloßen Willens.

(5)     In  dieser  Anschauung vergaß ich zu schauen, was in den Fernen der Unendlichkeit geschieht, fühlte aber eine Bewegung um mich selbst, ohne  sagen  zu können, welcher Art  sie wäre, und da hörte ich Seine Stimme wiedermals in mir:

(6)     Jovian! Schaue  hin  und  um  dich, damit du schreiben kannst, was du gesehen hast !

(7)     Und siehe ! Da sah ich, wie Wolken allerlei Lichtes aus den Fernen der Unendlichkeit, einzeln immer dichter werdend und einzeln zu ungeheuer großen, kleineren  und  kleinen  Kugeln  sich  zusammenballend, näher rücken, in Seinem Lichte  ihr eigenes, anderes und verschiedenartiges Licht nach innen und nach außen ausstrahlen, ein Firmament nach oben, nach  unten und allseits bilden, eine Welt darstellend, die durch das eigene Licht gegen die Unendlichkeit  allseits  abgegrenzt,  nun   in sich selbst da war.

(8)     Fassungslos sah ich staunend dieses Werden, denn auf vielen der einzelnen Weltkugeln sah ich Berge und Täler, Flüsse und Meere, nicht aber  wie  solche auf -Erden aus Steinen und aus Wasser, denn wohl war beides  auch  da, aber eines ganz ändern Wesens, Licht im Lichte, wie gläsern und in den wunderbarsten Farben strahlend.

(9)     Und  keine  der Gelten stand still, sondern langsam drehte sich eine  um die andere in verschiedenen Fernen und alle zusammen um eine Mitte; als ich das erkannt habe, sah ich nach dieser Mitte, und siehe -dort stand  mit  wie  segnend erhobenen Armen unser Gott und Herr, in Seinem Lichte alles das Licht der Gelten überstrahlend.

(10)  Unsagbar  tief  ergriffen  und erschüttert fiel ich in die Knie und  da  fühlte ich plötzlich, daß ich selbst auf dem Boden einer der vielen, vielen Gelten  mich  befinde, ohne zu wissen, wie es gekommen ist, und  ich  schrie auf, ob aus Freude, ob aus Seligkeit, ob  aus Überraschung? - Ich  weiß es nicht, aber ich lag auf meinem Angesicht und schluchzend  wagte ich es nicht aufzuschauen, denn ich fühlte es, daß Er bei mir stand, und alsbald hörte ich Ihn sprechen :

(11)  Stehe auf und siehe, was und wie es einstens weiter war !

(12)  Und da ich  aufgestanden  war, wischte Er mit dem Ärmel Seines Rockes die Tränen von meinem Angesicht und sprach :
Was du  da  siehst, Jovian, ist die Vollendung alles Meinen bisherigen Schaffens, obwohl  das  Größte in der Vollendung alles  dessen, was  noch  kommen wird, erst im  Verlaufe  von  Äonen  der Zeiten, die Ich  allen  Seelenwesen erkenntnisfähigen Geistes schaffen  werde,  vollendet   und vollbracht werden wird.

(13)  Das  da  ist  die wahre Welt Meines Reiches  für  all  den seelisch-geistigen Samen, den  du  in  so  großer  Anzahl in der  weltenlosen Leere  der Unendlichkeit leblos  und  brachliegend  gesehen  hast, dessen  wahre Menge  und Mannigfaltigkeit aber  niemand  außer Mir jemals üb er s oben und abzählen wird können.

(14)  Es geht  nicht  an, daß Ich bin und daß  allein  Ich lebe, und alles das Seelische und  Geistige  leblos brachliegend bleibe. –

(15)  Ich  bin  Die  ewige  Wahrheit, Das wahre  Licht, Das  wahre  ewige Leben, in Meinem Wesen und Geiste Die unwandelbar - unveränderlich  gleiche  Güte, Liebe, Erbarmung,  Vergebung,   Gerechtigkeit  und Selbstaufopferung  und  in  alle dem auch Der Anfang,  den  Ich  für  alle Seelen-Wesen Erkenntnis fähigen Geistes schaffe; komme  mit  und  siehe, was du weiter zu schreiben hast.

(16)  Er  nahm  mich  bei der Hand und, in Augenblicken die Fernen zwischen den  einzelnen Gelten mit mir durchmessend, zeigte Er mir viele, eine jede  die  ändern an Schönheit und Herrlichkeit übertreffende Gelten, und ich verwunderte mich immer mehr.

(17)  Er aber sprach :
Findest  du schön dieses Seelen-, Geist- und  Leblose  schön  und  herrlich,  wie herrlich  wirst  du  es  erst finden, so allda  und  alles  das von Meinem Leben, in myriadenfacher Mannigfaltigkeit alles seelisch-geistig  Seienden  belebt  sein wird - und bald wirst du es sehen.

(18)  Während Er  noch  sprach, kamen wir weiter, und da stand ich an einem wie Wasser  führenden  Strom, an dessen Ufern wunderbare Gewächse wie Bäume  von  Reben  umrankt  standen, die ranken aber in verschiedenen Höhen  Geflechte  wie  Körbe und Schüsseln bildeten; oben sah ich unzählige Mengen der verschiedensten, wunderbaren und köstlich zu schauenden  Früchte, aus  den  verschiedenfarbigen, herrlichen  Blüten der ändern,  ja  aus  den Blättern wieder anderer tropfte es wie Milch und Honig  und fiel in größeren oder kleineren Tropfen und Körnern in die lebendigen Rankengeflechte, - die  Rinde  wieder anderer Gewächse gab allerlei Säfte, die  alsbald  zu den verschiedenartigst geformten Gebilden, wie  zu  kleinen  Fladen und Broten wurden, wieder von ändern floß  klare, wie  auch mannigfaltigst farbene Flüssigkeit durch Röhrchenranken  in  den  Strom, alles von köstlichem, wunderbarem Ansehen und Geruch.

(19)  Und da ich vor Verwunderung nicht fähig war zu sprechen, sprach Er zu mir :
Dieses  da  ist  in  unzähligen Arten in allen Gelten  Meines reiches  vorhanden; es sind dio Ströme und Baume des Lebens; auch  diese  Gewächse  sind  Seele   und Geist, lebendig  durch  Mich, aber eines ganz  andern Wesens als alles das andere unzählbare Gewächs, und  Ich  habe ihnen durch  das Wirken aller Dinge der Welten Meines -Reiches  unversiegbar o Kräfte gegeben,  deren  Frucht  auch  die  Ströme sind, an  denen  sie stehen und die also unversiegbar  wirken  worden,  in  aller Zukunft der Ewigkeit.

(20)  Also  habe  Ich sie beschaffen gemacht, auf  daß all der seelisch-geistige Same, der  in  diese dafür geschaffenen Welten  Meines Reiches  gelangt  und da das Leben von und aus Meiner eigenen Lebenskraft empfangen hat, alsbald dann, so  ihm ein himmlischer Leib zuteil geworden  ist, eine  diesem  seinem Leibe entsprechende Nahrung habe.

(21)  Und da Er  noch  sprach, nahm  Er mich wiedermals bei der Hand, und siehe, Er  stand  wieder  in  der Mitte der Welten Seines Reiches, ich neben Ihm, und Er, seine Hände  wie  zum  Segnen  erhebend, sprach zu mir nur das eine Wort :
“Siehe !“

(22)  Und es kam auf eine jede der vielen Welten von allen Richtungen her wie ein Regen - und da sah ich, daß es der von mir zuvor geschaute Same war, der, im Lichte Gottes und im Lichte der Gelten Seines reiches glitzernd wie gläsern und wie ein Regen, da die einzelnen Welten bezog, eine Erscheinung so wunderbar wie alles das vorher von mir Geschaute; und als sie zu Ende war, nahm Er mich bei der Hand und schon stand Er mit mir auf dem Boden einer der nächsten, Überaus großen Welt und sprach zu mir :

(23)  Bleibe da und siehe, was außer Mir niemand je geschaut hat, noch außer dir irgendwer jemals schauen wird; es war in der Ewigkeit, und du allein siehst an jetzt, wie es war, denn du sollst es für die Menschen auf Erden schreiben, damit sie den Sinn Meines Wortes verstehen, so Ich sage :

Ich bin Der Anfang !

 

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28. Juli 2010 20:11:01 +0200