Kapitel 4
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4

(1)     Da hörte ich wie ein leises tauschen ober mir, unter mir in  dem  Boden der Welt, auf der ich stand, seitwärts von allen Richtungen  her, fühlte eine Bewegung wie eines leichten Windes  und  sah  auf  in die Hohen, wo Er wie mit zum Segnen ausgebreiteten Händen   immer    noch stand in unbeschreiblich wunderbar strahlendem Lichte Seines  heiligsten Wesens und Geistes.

(2)     Anbetend hob ich meine Hände zu Ihm, Er aber sprach : 

Sieh um dich, denn das Geschehen um dich sollst du schreiben !

(3)     Da sah ich um mich auf alle, die wie im Schlafe  liegenden  und  sich regenden Wesen der Seele, des Geistes und des Lebens und siehe, - ich sah die seelische Gestalt ihres Wesens von Strahlen durchdrungen werden, die aus dem Boden, aus den Wassern und Lebensbäumen  der  Welten des Reiches  Gottes  hervorgingen, und also gleich erkannte  ich, daß alles das die Strahlen Seines heiligen Geistes bewirken, die ich in den andern besonders sah.

(4)     Alle die seelischen Gestalten, die zuvor noch wie ein Hauch und wie gläsern durchsichtig waren, wurden wie dichter,  als  würden  sie wie Fleisch und Blut: werder-, nicht aber wie irdischen  Fleisches  und Blutes, sondern unendlich erhaben rein, wunderbar im  Aussehen,  denn trotzdem der seelische Leib und Körper  einen  himmlischen  Leib  und Körper annahm, war beides besonders  an  sich  sichtbar,  der  eigene ewige seelische, wie auch der empfangene himmlische Leib, wie ein und derselbe und doch sichtbar verschieden – und ich wusste nicht, wohin ich zuerst schauen und was ich mehr bewundern könnte, ob die Schönheit und Reinheit der Pflanzen, ob die der Tiere oder die Kinder Gottes – ich konnte mich nicht fassen.

(5)     Plötzlich sah ich aber alles, was nicht  grünendes  und  blühendes Gewächs war, die Augen Öffnen und auf den  Füßen  stehen -  Seligkeit, Freude und Frieden im Angesicht, trotz  der  staunenden  Blicke, die sich alle auf Den richteten, Der in  unbeschreiblich   wunderbarem Lichte Seiner Kraft mitten auf dem Firmamente der  Welt  Seines  himmlischen Reiches stand.

(6)     Da öffnete Er Seinen Mund, und ich sah  in  den  Lichtstrahlen  Seines allgegenwärtigen, weil Überall  hin  strahlenden  Geistes  neue Kraftstrahlen besonders, Strahlen, die Sein  gesprochenes Wort  trugen, und ich sah diese Strahlen Seines Wortes in den Geist und  in  den  seelischen Leib Seiner Kinder dringen, in ihren  Köpfen  lebendig   haften, im lebendigen Verstehen gleich lebendig wirken - und  da  erkannte  ich  die  Kraft   des   gesprochenen   Wortes Gottes, durch welches Seinen  Kindern  die  Sprache und das  Verständnis für das empfangene, aufgenommene, weit er gedachte und  gesprochene Wort der Sprache gegeben ward, denn alsbald erhoben sich unübersehbar unzählbare Hände zu  Ihm, und aus dem Munde all der Scharen Seiner Kinder  klang  das  Wort   zu Ihm:

Gott !

(7)     Da fiel ich nieder in die Knie, barg  mein  Angesicht  in  den  Händen und sah im Geiste die von mir auf  Erden  geschriebenen  ersten  Worte Seines heiligen Evangeliums :

Vor jeglichem Anfange war Gott - (welcher ist) Seines ewigen  Wesens, Geistes und  Lebens  Wort, Das Wort Gott war allein in Gott -und Gott war Das Wort !

Das Wort Gott war aber nur vor dem Anfange  allein in  Gott, denn als  Gott  durch  Sein Wort alle Dinge der wahren Welt Seines Reiches  geschaffen  und dort von Seiner eigenen ewigen Lebenskraft allen  Wesen, denen ein Geist  eigen  war, das  Leben  gegeben hatte, sprach ein jegliches  Wesen  erkenntnisfähigen Geistes Das Wort  Gott  zu  Ihm " und das war  der Anfang.

(8)     Nun sah ich diesen Anfang, habe gesehen, was und wie es vor dem   Anfange war, nun wußte ich kraft des Gesehenen,  was  die  Seele,   der Geist und das Leben ist, wie das Leblose des  Wesens  der  Seele  und des Geistes lebendig ward, von Wem es das Leben  und  die  Kraft  des Bewußtseins empfangen hat, wie die wahre Welt des Reiches Gottes, das Himmelreich ist - und unsagbar tief erschüttert und von Ehrfurcht tief ergriffen, hob ich anbetend mein Antlitz und meine Hände zu Ihm !

(9)     Er aber sprach von den Höhen des  himmlischen  Firmamentes  und Sein heiligstes ^'ort .-klang in den Ohren Seiner Kinder, die  Er  Engel nannte, klar und deutlich, als stünde Er bei einem jeden  Selbst, und staunend verwunderte ich mich, als ich an dem Ausdrucke und  den 'Mienen der Gesichter Seiner Kinder sah, daß auch sie  ein  jedes  Seiner Worte so verstanden haben wie ich, der ich noch mehr darüber erstaunt und verwundert war, daß auch ich ein jedes Wort Seiner Sprache lebendig verstehe, denn wohl hatte Seine Sprache viele,, in  den  Sprachen  der Menschen auf Erden gesprochenen Laute und selbst auch V/orte, in die  aber dort allerlei andere Bedeutung gelegt ist.

(10)  Ich erkannte, daß Seine Sprache die Sprache Seines  himmlischen reiches bleibt, und nun wußte ich auch, woher alle die  Sprachen  der Menschen auf Erden sind, die alle ohne Ausnahme  in  ihrem Grundwesen dieselben oder zumindest mehr oder weniger  ähnliche   Laute,  Silben und selbst auch Worte jener Sprache in sich bergen, die von  und  aus Gott  ist.

(11)  Weiter sprach  Gott von der himmlischen Nahrung der Seele erkenntnisfähigen Geistes durch Sein Wort, dem das  Licht  und  Leben  innewohnt, dann aber auch von der himmlischen Nahrung, Trank  und  Speise für den himmlischen Leib Seiner Kinder, die für  sie  in  unzählbarer Mannigfaltigkeit und unerschöpflich in den Früchten  und  Säften  der Lebensbäume an den Wassern bereitet ist.

(12)  Während Er noch lange  wie  in  Lehren  sprach, ging  das Wesen Seiner heiligsten Gestalt immer mehr im Lichte Seines  heiligen  Geistes strahlend auf, bis nur mehr das unaussprechlich und  unbeschreiblich wunderbare Licht verblieb - und wiedermals erhoben  sich unübersehbar und unzählbar viele Hände zu Ihm, und  wie der mal s  klang   aus dem Munde all der Scharen Seiner Kinder wie ein Brausen  das  heiligste Wort zu Ihm :

Gott !

(13)  Ich aber hörte Seine Stimme wiedermals in mir :

Sieh alles an,  damit  du  schreiben kannst! Was  du  jetzt weiter siehst an  Leben  und  Schaffen  all dieser Meiner  Kinder,  hat  da  Äonen  von Zeiten  gewährt,  für  die,  zurückschauend ,  auch  der  größte   Geist unter  allen  diesen  Meinen  Engeln weder  Sinn  noch  Verständnis,  und noch  eine klare Vorstellung findet, obwohl mit dem  von dir nun geschauten Anfange auch die Zeit geschaffen ward.

(14)  Und siehe, da sah ich unter den Kindern G o t t e s jetzt erst aller­lei verschiedene Gesicht sauge und Unterschiede in der Farbe nicht nur ihres seelischen sondern auch ihres himmlischen Leibes; auch  blieben so manche unter den Scharen einander ähnlicher Gesichtszüge und glei­cher  Farbe  kleiner  als  andere, ja  nicht wenige auch so klein wie Kinder, und ich sah an ihren Seelen und ihrem Geiste, daß ihnen  auch ein kindliches Gemüt  eigen  war, das  sie  durch  ihr Reden, Fragen, Äußerungen ihrer Verwunderung und Freude, wie auch durch ihr Streben, das Tun der Größeren und Großen nachzuahmen, kund taten.

(15)  Auch sah ich dasselbe in einem noch größeren Ausmaße und  zahl­reicher noch unter allerlei Tieren, und da erkannte ich erst die  un­endlich großen  Unterschiede  des  Wesens  der Seele und des Geistes einer und derselben Schar  Ihresgleichen^... da  aber  ungleich weniger unter den Tieren, als vielmehr unter den Kindern Gottes.

(16)  Männliches und leibliches  gab  es  nicht, Geschlechtliches war nicht, und die Schönheit aller - gerade  in  der  schier  unendlichen Mannigfaltigkeit  des  Aussehens  der  Gestalten  in ihrer Reinheit -gleich wunderbar unter den Kindern Gottes, wie  auch  unter  den Tieren und mehr noch als unter diesen in der herrlichen Pracht  unter dem grünenden und blühenden Gewächs der Pflanzen.

(17)  Und da sah ich Scharen der Kinder Gott es an den Wassern bei den Bäumen des Lebens essen und trinken, und es schien  mir,  als  ob da­durch ihr himmlischer Leib womöglich noch schöner und herrlicher  geworden wäre; auch merkte ich späterhin, daß  alle  die  Mannigfaltig­keit der Nahrung, der Speisen und Getränke, die  aus  den  Bäumen und Geränken an den Wassern in  allerlei  wunderbarer  Art und Weise her­vorgeht, eines allerreinsten Lesens ist, weil  sie  keine   Schlacken und Abfälle im Leibe zeugt und auch keinerlei  Übersättigung  herbeiführt.

(18)  Alsbald traten dann da und dort nicht wenige auf, die zu  spre­chen begannen, und Scharen sammelten sich um sie, um ihnen zuzuhören, und schon sah ich, welch  eines  großen  Geistes  diese  Sprecher und Prediger sind, denn ich sah die Strahlen  ihres  Geistes  weithin, ja bei manchem selbst auch über die Grenzen  der  Welten   des   Reiches Gottes  in die Unendlichkeit dringen - und da erkannte ich stau­nend, wie ähnlich die Strahlungskraft so manchen Geistes  der  Strah­lungskraft des heiligen Geistes Gottes ist und wie  ähnlich  sie Ihm auch dadurch sind.

(19)  Freilich ist es eine Ähnlichkeit, die  sozusagen  erst  gesucht und ganz willkürlich auch gefunden werden  muß;  denn  so  ich in mir Vergleiche zwischen der Strahlungskraft, dem  Lichte  und  Leben  des heiligen Geistes  Gottes  und  dem  größten  Geiste unter Seinen Kindern lebendig hervorrief, habe  ich  als o gleich  erkannt,  daß die Ähnlichkeit eine recht entfernte ist, denn die Strahlungskraft  des  heiligen  Geistes  G o t t e s dringt zur gleichen Zeit und immerwährend allüberall hin,  ist  allgegenwär­tig und führt Strahlenkräfte in sich, die in  einem  solchen Maße und in einer  solchen  Verschiedenheit  unter  sich  und zusammenwirkend, keinem ändern Geiste eigen sind.

(20)  Wohl sah ich in der Strahlungskraft  so  manchen  großen Geistes unter Seinen Kindern ähnliche Kräfte wie jene, die dem  heiligen  Gei­ste Gottes eigen sind, aber im Vergleiche  mit  diesen  sah  ich den unendlichen Unterschied gerade in ihrer Kraft; auch habe  ich  erkannt , daß viele Kräfte, die dem  heiligen  Geiste  Gottes  eigen sind, dem großen und selbst auch dem größten  Geiste  unter Seinen Kindern mangeln.

(21)  Es dringt die Strahlungskraft  ihr o s  Geistes  wohl  auch in die Unendlichkeit, aber stets nur seitlich wie  ein  Wasserstrahl    abgegrenzt, immer nur in einer, wenn  auch  noch  so  augenblicklich wechselnden Richtung, wobei  der  Strahl,  in  die  Fernen gelangend,  wie suchend und wie kraftlos und  zitternd  wankt, so  er  keinen Anhaltspunkt findet, der ihm feste  Stütze  gibt - und  sucht  der  Geist andauernd diesen Stützpunkt sich  selbst  gewaltsam  zu  erzwingen, ohne daß dieser tatsächlich vorhanden ist, irrt seine Strahlung  und  durch diese nicht nur er selbst, sondern weil er  untrennbar  an  den seeli­schen Leib gebunden ist und in ihm wirkt, zieht er in  Mitleidenschaft auch ihn.

(22)  Diese Erkenntnis ist mir zuteil geworden durch eine  i ob endig  in  mir aufgenommene Erinnerung an das  irdische  Leben  der  Menschen  großen Geistes, die mitunter Großes schaffen wollen, es auch  in  ihrer  Art, schwer irrend, schaffen und durch die scheinbare  Größe  ihres  Schaf­fens auch unzählige andere beirren.

(23)  Da aber hörte ich Seine Stimme in mir:

Jovian ! Das Leben, Wirken und Schaffen Meiner Kinder in Meinem Reiche  sollst du schauen und schreiben, denn was auf Erden war, ist  und  weiter  geschehen wird, sollst du demnach sehen !

Siehe Meinen Frieden  in  Meinem Reiche, der alles beseelt, was das Leben von und aus Mir trägt.

 

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28. Juli 2010 20:11:01 +0200