Kapitel 7
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7

 

(1)     Die Schar aber, welche bei ihm stand, erhob die Hände und schrie den noch in der Welt des Reiches  Gottes  stehenden Scharen Ihresgleichen zu :

Ja – Ave ! Ja - navin Rah ! Ja - nos – Amen !

(2)     Und in denselben Ruf fiel schreiend auch die Schar der  in  der Welt des Lichtes noch Stehenden ein, die sich erhoben, um sich  mit  der Schar zu vereinigen, die schon um den Schadain stand; viele aber ergriffen dabei andere, die nicht zu ihnen gehörten, und suchten, diese gewaltsam mitzuziehen; - aber schon standen viele  der  Großengel  dabei,  hoben   ihre Hände - und die Ergriffenen loslassend,  fuhren  die  Gewalttätigen, wie sich überstürzend, zu der Schar dessen, dem sie:  der   Heilige, der neue Schöpfer und unser Gott zugeschrieen haben.

(3)     Nun  wendete  sich  dieser  nochmals  den  Welten des  Reiches Gottes zu, erhob seine zu Fäusten geballten Hände drohend,  und aus seinen Munde drang ein nie zuvor gehörtes, den Kindern Gottes fremdes und unverständliches Wort: „Anutem“,  das heißt:  Verflucht ! Und sich wieder abwendend, wies er mit der Hand  in jene tiefen Fernen, wo es wie eine finstere Wolke stand, aus der es  wie  schwefelfarben rauchte, - und an der Spitze seiner Scharen zog er mit diesen dahin.

(4)     Und es war so anzusehen, als zöge ein riesiger Drache mit  un­zähligen, wie Schlangen sich ringelnden und schnellenden, ungeheuren Gliedern dahin, wie Krakenglieder, die nach Beute au s greifen und wie eine unzähligköpfige Hydra, die wie ausgehungert sucht  und  irgendwelche gefundene, den Kindern Gottes unbekannte und fremde Dinge gierig verschlingt.

(5)     Wie in einem lähmenden Entsetzen sahen unzählige  Scharen  der Kinder Gottes dem Zuge nach, viele aber unter ihnen mit größerer oder kleinerer Neugierde, die allermeisten aber wandten sich alsbald Gott Dem Herrn zu, Der in heiliger Ruhe dastand, aber  mit  einem unbeschreiblich tiefen Schmerz und unsagbar tiefer Trauer in  Seinem heiligsten Angesicht.

(6)     Da trat der von allen ändern Ihm am nächsten stehende Großengel, dessen Antlitz mir sehr, sehr bekannt vorkam, zu Ihm  und, seine  Knie beugend, ergriff er Seine Hand und drückte sie im Schmerz wortlos auf sein Angesicht; auch ein anderer der Großengel tat dasselbe, sah aber alsbald zu Ihm auf und sprach :

(7)     Herr ! Vater  alles  Lebens, unser, Gott!  Du bist kraft Deines heiligen Geistes allwissend;  also hast Du den böse gewordenen  Widersacher  und Lügner  wie auch alle die sein Gewordenen  gekannt  und  gewußt, was sie im Laufe der von Dir  für  uns  geschaffenen Zeiten werden; nun bitten wir Dich, angesichts aller dieser Deiner Kinder uns zu sagen :

(8)     Wäre es nicht möglich gewesen, daß  Du  ihn, oder auch sie alle, so gelassen hättest, wie sie vor dem von Dir für uns geschaffenen Anfange, als bloßer seelischer und geistiger Same, leblos  gewesen sind ? Hättest Du sie nicht dort lassen können, wo sie waren und wie sie waren ? Wäre dadurch Dir, Herr,  uns allen und ihnen selbst  dieses,  traurige  Geschehen nicht erspart geblieben ?

(9)     Gott Der Herr aber sprach :

So großen und so durchdringenden Geistes -ihr seid, und so viele Äonen von  Zeiten ihr mit Mir nun lebet, fasset  ihr  noch vieles nicht und v/erdet es erst dann erfassen, so alles  geschehen  sein  wird, was zum ewigen Zeugnis  und - zur  wahren Erkenntnis Meiner, alles erkenntnisfähigen Geistes wegen, geschehen wird müssen.

(10)  Wohl hätte Ich  diesen  zum  Satan Gewordenen samt allen den Seinen so lassen können, wie er und sie  vor  dem Anfange waren; da sie  aber  als  seelischer  und geistiger Same da waren, sind sie wesentlich so dagewesen,  und gerade euch allen wäre und  könnte  es auf die Dauer nicht verborgen bleiben, daß sie da sind,  und alsbald würdet ihr alle mit der Frage an Mich  herantreten,  warum,  weshalb  und wieso dieser Same, in dem ihr untrüglich das unentwickelte Bild  eueres   eigenen seelischen und geistigen Wesens erkennt, so geblieben ist.

(11)  Wie er mit den Seinen,  seid  auch ihr nicht an die Welten  Meines . -Reiches gebunden; und  da  auch  euere  Ausschau weit über die  Lichtgrenze  Meines  Reiches in die Unendlichkeit  reicht, würde euch ihr Sein auch als bloßer Same nicht für  immer  verborgen  bleiben  können -und saget .mir selbst, was für eine  Antwort Ich  euch  auf , euere  Frage, warum Ich jene vom Leben ausgeschlossen, hätte jemals geben können, die ihr auch. jetzt doch nur den Beginn, den Anfang und  den  Ausbruch  der Lüge und der Bosheit  sehet  und  höret, ihr Wesen, ihre  Kraft, .Frucht  und  die Folgen aber auch  weiter  nicht  kennet, da ihr an sich guten  Willens und  voll Meines Friedens seid in  Meinem  Geiste.

(12)  Ich hätte  euch  erklären  müssen, warum  Ich  jene  ausgeschlossen  hätte, hätte zu euch  von  der  Finsternis  der Seele und des Geistes  sprechen  müssen, von Lüge,  .Bosheit,  Haß,  Neid, Überheblichkeit ,  Hoffart,  Verführung,   Versuchung,  Rachsucht,  Vernichtungsgier  und desgleichen   euch   Fernen,  Unbekannten und Fremden, das  ihr  jetzt  von Mir  in Worten  genannt  höret, aber  auch  jetzt' noch  kein Verständnis  für  ihre  Bedeutung  aufbringet,  obwohl  ihr  den  Ausbruch der Lüge  und  der Bosheit'  in  und an  ihrem  Schöpfer  gesehen  und  gehört habt.

(13)  Leider wird es aber bei dem  allein nicht bleiben; und erst alles  das  nacheinanderfolgende  Geschehen   wird   euch mit der Zeit so aufklären, daß  ihr  Mich nicht fragen  müssen  werdet; ihr  wisset anjetzt,  daß Ich  Die  ewige  Wahrheit, Das  wahre Licht, Das wahre ewige  Leben, und in diesen die  Güte und Liebe bin, denn ihr fühlet alles das  in  der Seele; sage Ich  euch  aber, daß  Ich  auch  Die unwandelbar-unveränderlich  gleiche   Erbarmung,  Vergebung,  Gerechtigkeit   und Selbstaufopferung bin, höret ihr diesen  Worten  verständnislos zu, weil  euch  das   Gegenteilige unbekannt und fremd ist,  mag  auch  eine Ahnung dessen in euch  angesichts  des so überaus traurigen Geschehens  aufsteigen.

(14)  Alles aber wird  euch  das  weitere Geschehen  besser  als  Worte   erklären; nun  aber  gehet  in  die  Welten  Meines Reiches und zählet jene  gegen  Mich sich Gewendeten,  deren  Namen  im  Buche  des Lebens gestrichen sind, und  redet  jenen Meinen  Engeln  zu, die  wohl  noch  Mein sind, aber von  einer  Neugierde  ergriffen dem nachsinnen, von dem sie gehört haben und  untereinander weitertragen, daß er das  schaffen  wird,  was  Ich . niemals   schaffen kann.- und worin er recht hat,  denn.  ein Reich des Pfuhles  höllischer  Finsternis kann Ich nicht schaffen,  da  Ich  allein die  Seligkeit  des  Friedens  im  wahren ewigen  Leben  allen  Meinen  in   Meinem himmlischen Reiche schaffe.

(15)  Und alsbald stand Er wieder mitten auf dem Firmamente der Welten Seines Reiches, die beiden zuvor Seine Hände haltenden  Großengel, einen zu 'Seiner Rechten, den ändern zu Seiner Linken, im Lichte Seines heiligsten Wesens und Geistes alles Licht Seines Reiches  überstrahlend, und Sein Wort durchdrang alle die Welten, als Er, Seinen Mund auftuend, sprach :

Mein Friede sei in euch !

(16)  Ich, Jovian, lag aber zusammengesunken und wie im Fieber an der Stelle, von wo aus mich der Engel das erstemal zuvor das Schaffen des  Satans sehen hat lassen; da berührte mich eine Hand  und. als ich aufsah, sah ich denselben Engel, der mich bei der Hand nahm, - und sprach :

(17)  Komm, damit du die Zahl jener erfährst, die  sich  gegen  Gott  Den  Herrn  empört  und mit dem Schadain ins Verderben gegangen sind.

(18)  Noch wissen wir die Bedeutung des  Wortes „Verderben“ nicht voll zu deuten, fühlen aber im  Erschauern, daß es das Gegenteil unseres Lebens und Schaffens sein muß und irgendwie auch gegen  uns  selbst gerichtet ist; groß, sehr groß ist die Zahl der Verdorbenen, deren Namen in den Büchern des Lebens- gestrichen  gefunden wurden, sie sind  gezählt  worden,  dieweil  du von Leid wie in Ohnmacht warst, doch  aber  ist  jetzt schon erkannt worden, daß auf viel, viel mehr als auf dreißigtausend der Kinder Gottes bei weitem nicht eines  derer  kommt, die mit  dem  Verderber gegangen sind.

(19)  Und da wir in die größte der Welten kamen, sah ich viele bei den  aus allen ändern Welten hingebrachten Büchern, und alsbald hörte ich  die Zahl derer, die ins Verderben gegangen sind, und es waren  ihrer  aus hundertvierundvierzigtausend Welten, je  hundertvier und vierzigtausend und die Gesamtzahl noch tausendfach vergrößert durch  die  ungleichen Zahlen, derer aus den ändern Welten des himmlischen Reiches; die  es gezählt haben, sprachen die Zahl in Worten aus, als eine  Gesamtzahl, die ich mir aber nicht merken konnte.

(20)  Allein aber das habe ich gehört, daß trotz  dieser  ungeheueren Zahl die Zahl der im himmlischen Reiche Gottes Verbliebenen noch weit, weitaus größer als  eine  dreißigtausendfache, ist, denn so  in vielen Welten des Reiches Gottes auf mehr als dreißigtausend der dort Geblichenen einer kam, der mit dem Satan gegangen ist, wurde  in vielen ändern Welten ein solcher  auf vierzigtausend, und  in  wieder ändern auch auf fünfzigtausend  Gebliebene  gezählt. Und  ich  freute mich, daß die Zahl der im Reiche  Gottes  Gebliebenen in den mir gesagten Worten schier unaussprechlich ist, denn auch  sie  ist   mir gesagt worden; ich aber hatte besseren Sinn dafür, sie mir in  meiner eigenen Zählweise vorzustellen, und nun dachte ich, daß nach dem Aus­zuge des Satans mit den von ihm verdorbenen Engeln der Friede und die Seligkeit aller Kinder Gottes wieder so ungestört sein wird  wie Äonen von Zeiten hindurch zuvor.

(21)  Bald aber merkte ich, daß dem anders, ganz  anders, war, denn immer neue Scharen standen auf mit Fragen an die Engel größeren  und großen Geistes, warum und aus welchem Grunde sie das Schaffen des Schöpfers des unerhört Neuen nicht sehen und nicht auch hingehen sollten, warum dasselbe nicht auch in den Welten des Reiches  Gottes geschaffen wird; die Neugier  vieler  wurde  immer  großer, und  schon erhoben sich da und dort .Stimmen, dieser Empörung des Satans und  der Seinen wider  Gott  ihr Wort sprachen mit den Fragen, .was für  eine neue Weise es sei, die  einen  großen  und  mächtigen  Geist an  einem neuen, großen Schaffen hindern will -  und schon sammelten sich Scharen in und um jene Welt des himmlischen Reiches, von wo sie eine kleine Zeit zuvor den Reden des  Satans zugehört und den .Auszug des großen Drachen gesehen hatten.

(22)  Sie hielten Ausschau nach der früher gesehenen finsteren Wolke,  sahen sie aber nicht; allein es schien ihnen, als wurde durch die Leere  der Unendlichkeit ein Schatten von dort bis an die Grenze des Lichtes  des Reiches Gottes sich hinziehen, und schon riefen einige :

Sehet, schauet - ! - ist das nicht etwa der  Weg, den der Schöpfer des neuen Reiches mit den Seinen also gekennzeichnet hat für uns ?

(23)  Und  als das ausgesprochen ward,, erhoben sich viele, um die  Welt   des Reiches Gottes in dieser Richtung zu verlassen, und  immer neue . Scharen kamen hinzu, wie in  einem  Aufruhr  schreiend, ein jeglicher etwas anderes redend und viele wie sinnlos hin und her strebend.

(24)  Viele andere aber ;wiesen mit ihren Händen die Richtung zur Mitte des himmlischen Firmamentes, wo Gott Der Herr im alles überstrahlenden Lichte Seines heiligsten Wesens und Geistes inmitten  der  Scharen Seiner Großengel stand, mit ihnen redend - und  da  ward  es für  eine Weile unter den aufgeregten Scharen stiller.

(25)  Dann sah ich, wie Gott Der Herr Seine Hände  wie  zum Segnen über die vor Ihm in die Knie gesunkenen Engel erhob, und als sie  sich wieder aufgerichtet hatten, wendeten sie ihr Angesicht in  alle  Richtungen' der Welten des himmlischen Reiches, und  wie  aus  einem  Munde erklang ihr Ruf des Lobes zu Gott, der von  den Kindern Gottes in allen Welten. Seines Reiches wiederholt  wurde  und zu Ihm hinklang.

(26)  Allein unter den versammelten  Scharen  des  stiller  gewordenen Aufruhrs gab es viele, die den Ruf des Lobes  Gottes  nicht  mehr . mitsprachen, ja - sogar untereinander und die ändern fragten, ob der Lobruf nicht etwa oder mehr noch dem gelten solle, der Größeres  zu  Schaffen versprach, als es das Himmelreich sei - und schon wuchs wieder die Unruhe; viele gebärdeten sich wie unsinnig und es ward der Aufruhr groß, als die erste große Schar sich erhob und zur Grenze  des  Lichtes  dos Reiches Gottes eilends zu streben begann, von großen Mengen aller­lei Arten der an sie gewöhnten Tiere gefolgt.

(27)  Da traten  dieser  Schar  einige  Großengel  und  andere Kinder Gottes, die in ihrer Seele und in ihrem Geiste rein geblieben sind, entgegen und suchten sie durch gütiges Zureden, durch Hinweise auf die gehabte Seligkeit des Friedens, Lebens und Schaffens im Reiche Gottes , wie auch durch Hinweise darauf zur Einkehr und Umkehr zu  bewegen, daß .keiner weiß und keiner wissen kann, was seiner außerhalb des himmlischen . Reiches, in der weltenlosen Leere der Unendlichkeit warte.

(28)  Schon hatte es den Anschein, als würden viele in sich. gehen und umkehren, was aber alsbald durch das Geschrei vieler Ungebärdigen vereitelt wurde, die den ändern zuschrien :

Wir bleiben nicht in der weltenlosen Leere, sondern ziehen in das Reich des neuen großen Schöpfers ; und sollte es dort nicht  so  sein, wie er geredet hat, ziehen wir wieder in unser  Himmelreich zurück !

(29)  Das Zureden der Großengel und ihre Hinweise darauf, daß  eine Rückkehr des unrein gewordenen Geistes und der unrein gewordenen  Seele in das Reich  Gottes  unmöglich werden wird, rief in den Ungebärdigsten eine Bosheit hervor, die sie wie Irrsinnige  reden   und herumfahren ließ, und da die Schar  unaufhaltsam  weiter  strebte, gaben die Rettungswilligen ihr Bemühen auf, nicht wenige von ihnen zogen aber weinend und weiter mahnend mit.

(30)  Und schon sahen die ändern der Retter, die zurückkehren wollten, eine zweite große Schar, der sich  gleichfalls  viele  Reingebliebe in den Weg stellten mit demselben Bestreben, sie zur  Einkehr und Umkehr zu bewegen, jedoch aber auch ohne Erfolg - und  das wiederholte sich eine mir  schier  unendlich  lang  scheinende Zeit hindurch.

 

 

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28. Juli 2010 20:11:01 +0200