Kapitel 8
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8

 

(1)     Immer neue Scharen aus allen Welten des Reiches Gottes sammel­ten sich in und um jene Welt, von der aus erst der Auszug des Satans mit den Seinen stattfand und von wo aus  ihm  nun  auch  die ersten Scharen  der  durch  seine  Großsprechereien   verdorbenen   Kinder Gottes  folgten.

(2)     Schar auf Schar zog ihn nach, sodaß ich wähnte, kein Ende die­ses so traurigen und furchtbaren Geschehens erschauen zu können, und wieder war es mir, als sehe ich alles das wie im schweren Fieber.

(3)     Gedanken stiegen in mir auf: Was wird aus allen diesen  Unzähligen werden ? Was aber wird auch aus allen jenen werden, die reiner Seele und reinen Geistes Kinder  Gottes  geblieben und nur  zur Rettung der ändern mitziehen ?

(4)     Unter diesen habe ich aber auch einige gesehen, die durch  Ungebärdigkeit und Bosheit der Schreier, die sich wie zu  Führern  der ändern aufwarten, so aufgebracht wurden,  daß  sie,  der  Kindschaft Gottes vergessend, jene mit  Gewalt  ergriffen, aber das  Nutzlose eines solchen ihres Vorgehens einsehend, dann  auch  mitgezogen sind voll Reue über sich  selbst  und  voll  des  Mitleides mit  den. halsstarrigen Irrenden, und Verdorbenen.

(5)     Endlich, endlich hörten die  Ansammlungen  in  jener  Welt des Reiches Gottes auf, von der aus sie gezogen sind, und da  stand jener Engel wieder bei mir, der mich zuvor  zu  jenen  geführt  hat, denen das Buch des Lebens in jeder der Welten des  himmlischen  Reiches zu führen obliegt, und sprach zu mir :

(6)     Die Schar, die du dort noch siehst, ist die letzte derer, die au s gezogen sind, und wir wissen es  von Gott Dem Herrn, daß keine einzige der aus Seinem Reiche  aus gezogene n  Seelen  den Pfuhl höllischer Finsternis erreichen wird, .den der Satan  mit  den Seinen in den Fernen der Unendlichkeit, weit, weitab von da schafft; sie werden, dieses Schaffen in den Fernen zwar schauen, bevor  sie aber weiterkommen, werden sie unter Verlust ihres himmlischen  Leibes • und Lichtes sterben, das heißt das Bewußtsein verlieren und in tiefer Ohnmacht, die bei den  allermeisten auch völliges Vergessen alles  Geschehenen nach sich ziehen wird, wieder zu ähnlichem  seelischen und geistigen Samen werden, wie wir es  alle vor dem für uns von  Gott  geschaffenen Anfange gewesen sind.

(7)     Allein aber wird all der Same nicht  leblos, . wie er vor dem Anfange war, sondern das einmal von. und aus Gott empfangene Leben bleibt ihm eigen, und Gott Der Herr wird allen diesen  Samen  zum Bewußtsein des eigenen Lebens und Seins durch  die Kräfte jener Welt erwecken, die Er dafür  schaffen wird und wohin nach und nach all  der   seelische, geistige und lebendige Same gelangen wird, um dort durch den Aufbau eines ändern eigenen Leibes selbst, auch in und mit diesem entwickelt, einmal durchzugehen.

(8)     Noch ist die letzte Schar der Ausziehenden in Sicht und schon ist Gott Der Herr daran, dafür zu sorgen, eine Welt zu schaffen, die dem verdorbenen Wesen der Seele und des Geistes  der  von Ihm sich abgewendeten  und  dem  Lügengroßsprecher nachstrebenden Kinder entspricht; es wird eine Welt sein, zum Großteil ein Spiegelbild Seines Reiches, und darum bin ich gekommen,  dich  von  dieser Welt Seines Reiches, auf der wir da stehen und von der aus der Auszug des.. finsteren Widersachers  mit den Seinen, wie hernach  auch  der Auszug  der ihm nachstrebenden Scharen stattgefunden hat, hinweg­zuführen, da sie nicht weiter eine Welt des  Reiches Gottes sein, sondern Er aus  ihr,  aber  auch aus Dingen, die nicht  Seines  Reiches  sind, jene Welt schaffen wird, die entstehen zu lassen, Er in .Ewigkeit beschlossen hat, da Er  allwissend  alles dieses so unendlich traurige Geschehen so  gekannt und gesehen hat, wie Er auch alles zukünftige  Geschehen kennt und sieht.

(9)     Er nahm mich bei der Hand, und alsbald stand er mit mir wieder in jener großen Welt, in welcher die. Zahl  derer gezählt  ward, die, des Geistes und des Trachtens des Satans, seine Teufel wurden und deren Namen im Buche des Lebens gestrichen sind.

(10)  Und ich sah dort wiedermals, aus allen Welten  des  himmlischen Reiches zusammengetragen, das Buch des  Lebens  in  Büchern, und viele, welche die Namen der von  Gott  sich abgewendeten und auf dem Wege ins Verderben sich befindenden Scharen der vorher   so reinen Kinder  Gottes  mit Zeichen  versahen, sie zählten, und siehe, als das geschehen war, da fand es sich, daß ihre  Zahl   fast ein Drittel der Zahl jener Kinder  Gottes  war, die sich durch die Großtuerei und Großsprecherei des Satans und der Seinen   nicht betören haben lassen und in Seinem Reiche geblieben sind.

(11)  Ich sah die Trauer, das Leid und den Schmerz über dieses so  unsagbar traurige Geschehen dem Antlitze  der  reingebliebenen   Kinder Gottes  aufgedrückt, und  auch  mir  traten bittere Tränen aus den Augen; da aber  hörte  ich  die  wunderbare  Stimme des  Wortes Gottes  die  Welten  Seines  himmlischen  Reiches durch dringen und, gleich allen ändern  aufschauend, sah  ich Ihn im Lichte  Seiner Kraft mitten am Firmamente  mit  erhobenen  Händen  stehen, die Seinen segnen, sie durch Sein Wort, daß viele  beizeiten  noch  zurückkehren werden, trösten, und da Er noch sprach, wich die Trauer, das Leid und der Schmerz aus dem Antlitze Seiner Engel; und als  Er Sein Wort beendet hatte, scholl Ihm aus allen  Welten  Seines  Reiches der Ruf der Anbetung entgegen :

Ja - Ave -Rah - Gotodin - Deaus – Amen !

(12)  Und da ich mit zum Gebet gefalteten Händen  kniend  zu  Ihm hinsah, hörte ich Seine Stimme in mir :

Gehe hin zu den Scharen die aus gezogen sind und sieh, was du schreiben sollst !

(13)  Und da ich diese Seine Stimme in mir noch hörte,  stand ich alsbald an der Grenze des Lichtes Seines Reiches, dort, wo zuvor schon,  am Beginne des Auszuges der betörten  Kinder  Gottes,  viele  den durch die Leere der  weltenlosen  Unendlichkeit  sich  hinziehenden Schatten für den Weg ansahen, den der Verführer, Großtuer und Großsprecher mit seiner Schar für sie also gekennzeichnet hatte und  an dem sie dessen unerhört neue Schöpfung erreichen sollten.

(14)  Und siehe, dort standen einige  kleine  Gruppen  der  zurückkehrenden Kinder Gottes mit Gesichtern voll des Schreckens und Entsetzens, weitere sah ich in kleinen Gruppen zurückkehren, und schon waren auch Großengel und Engel des Reiches  Gottes da, um sich der Zurückgekehrten anzunehmen; ich  aber  strebte  weiter, und mir ward die Kraft  des  Sehens, in  die Unendlichkeit  schauen zu können; was ich aber sah, erfüllte bald auch mich mit Schrecken.

(15)  Erst sah ich alles das furchtbare Geschehen in  einem  unendlich scheinenden, lebendigen  Bilde, wie  ein  Zeichen, das so aussah,  als  würde  ein  ungeheurer,  feuerroter  Drache  mit  seinem Schwänze den dritten  Teil  vieler  noch  hell  leuchtenden, unendlich  mehr  aber  wie  verlöschenden Sterne des  Himmels  nach sich ziehen, also gleich aber erkannte ich in ihnen  jenen dritten  Teil der Kinder  Gottes, die, von  Ihm  sich abwendend, Sein  Reich verlassen haben.

(16)  In weiter, weiter Ferne sah ich das Schaffen des Satans und der Seinen, ein Reich der Finsternis, das  durch  feuerrote  und  schwefelgelbe Lichter wie Blitze durchzuckt ward, und ich  erkannte, daß es das Licht des höllischen Pfuhles ist, in welchem die  Teufel, nach Weisungen ihres „Ja- Ave“ schaffend,  wie  wahnsinnig   hin  und her schossen.

(17)  Auch sah und erkannte ich, daß dasselbe viele der Scharen, die aus dem -Reiche  Gottes  aus gezogen sind, auch sehen, trotz den schier unendlichen Fernen, die sie von der Welt des  Bösen  und der Seinen trennte, und auch das sah ich, daß sie auch  weiter hinstreben mochten, es aber nicht mehr konnten; und mich umsehend sah  ich, daß auch diejenigen letzten Scharen des  ganzen  ungeheueren Zuges, die sich von der fernen Welt der Finsternis  abgewendet  hatten und in die Richtung zurückschauten, aus der sie  hergelangt  sind, auch nicht mehr zurück können.

(18)  Aus der leidvollen Vertiefung in das  so  unendlich traurige und zugleich furchtbare Bild des Ganzen ward ich wie  herausgerissen durch eine Stimme, die zu hören war wie das  Krächzen  eines Aasvogels im Donner und Sturm, und mich umschauend, sah ich den  Drachen den Satan mit einer Schar der Seinen an der  Grenze  der Finsternis seiner Welt und hörte ihn Worte der Lästerung krächzen wider Gott und wider Sein -Reich, welches  der  böse  Lügner  und  Schöpfer des Pfuhles höllischer Finsternis  ein  Scheinreich  nannte, welches er zerschmettern und nach seinem Willen gestalten werde, um  allen, die sein werden, zu zeigen, daß er  der  Heilige - Schöpfer " Lebendige - Ewige und Gott sei, dem allein die Anbetung und der  Preis aller gebühre.

(19)  Da aber eine Schar Großengel, die sich vor der ersten, sozusagen die Spitze des ungeheueren Zuges  bildenden  Schar  gesammelt und aufgestellt hatten, ihre Hände gegen  ihn  erhob  und  Den  wahren ewigen Gott  und Vater alles Lebens pries, wandte er  sich unter gräßlichen Flüchen um und, wie zurückgeworfen, fiel er mit seiner Schar in den Pfuhl der von ihm und den Seinen gebauten Schöpfung.

(20)  Im Schauen wandte ich .mich wieder zu jenen Scharen  der Mitte und des Endes des schier  unendlichen, in  die  Fernen  nach vorne nach rückwärts, nach den Seiten, nach oben und nach  unten  reichenden, ungeheueren Zuges, der  aber  nicht  mehr  in  Bewegung der anfangs eingeschlagenen Richtung weiter strebte, sondern in  der weltenlosen Leere der Unendlichkeit zwischen der wahren Welt  des Reiches Gottes und dem Pfuhle höllischer Finsternis stand.

(21)  Und wieder sah ich viele der  Großengel  unter  den einzelnen Scharen und hörte so manche von ihnen wiedermals sprechen :

Ihr Mitengel und Mitkinder Gottes ! Sehet uns - und sehet euch untereinander an ! So ihr  schon unserem Worte taub seid, sehet doch, welche  Veränderung ihr jetzt schon in euerem Wesen erfahren habt und was euer Antlitz spiegelt !

(22)  Welche Zeiten sind schon vergangen, seitdem ihr das himmlische Reich verlassen habt, und seitdem ihr da zwischen dem Lichte des Reiches Gottes und der Welt des Pfuhles höllischer Finsternis wandelt ! Noch ist es für viele Zeit, noch wird es vielen möglich sein, sich zu wenden und uns zu gehen ! Sehet ihr nicht, wie schier  unendlich ferne wir alle dem  Lichte  des -Reiches  Gottes sind ?

(23)  Da aber sprachen viele, viele auch der letzten, den ungeheueren Zug wie abschließenden Scharen :

Wir sehen das Licht, des Reiches schon seit Zeiten nicht !

(24)  Das hörend, wandten sich die andern um, wie suchend Ausschau haltend und schrien auf, denn auch sie sahen kein Licht; ein Entsetzen ergriff die meisten, ein Wehklagen erscholl ringsum, und traurig sprachen diejenigen, die unter all den Scharen das Licht ihres  eigenen Wesens und Geistes immer noch hatten :

Es ist zu spät !

 

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28. Juli 2010 20:11:01 +0200