Kapitel 9
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(1)     Das Wehklagen ward nun noch größer, und viele wandten sich  wider die ändern, ihnen Vorwürfe der Überredung machend und sich auch ' gegen­seitig allerlei ihnen bis dahin unbekannten Vorgehens beschuldigend, einander die Schuld, an dem Auszuge teilgenommen zu haben,  zuschie­bend, und es hatte den Anschein, als wollten die so Beschuldigten wider die es ihnen Vorwerfenden gewalttätig werden.

(2)     Ein Entsetzen aber ergriff auch mich, als ich .einzelne Stimmen aus den Scharen vernahm und jene sah, die zu den ändern sprachen :

Siehe ! Es ist uns gesagt worden, daß Gott allmächtig ist ! Müssen wir aber angesichts all des Geschehenen an Seiner Allmacht nicht etwa zweifeln ? Ist Er allmächtig, warum hat Er den neuen Schöpfer das schaffen lassen, was wider Ihn und uns gerichtet sein soll - und ist Er allmächtig, wieso hat Er es zulassen können, daß wir aus Seinem Reiche gezogen und an diesen Abgrund gelangt sind, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint, da wir weder vor noch zurück können und das Gefühl des Fallens uns wie würgend ängstigt !

(3)     Und ähnlich so in andern Worten begannen auch andere, zu sprechen.

(4)     Die lichten Engel und Großengel unter den nun lichtlosen Scha­ren hoben aber ihre Hände, und da es alsbald stiller ward,  sprachen sie :

Erniedriget nicht das Leben Gottes in euch dadurch, daß ihr Ihn dafür verantwortlich machet, was eueres eigenen Willens, Entschlusses "und Tuns ist; wir alle haben kraft unseres eigenen Geistes auch unseren eigenen Willen, unser Wille ist frei und daß er frei ist, beweist eines jeglichen von uns Tun.

(5)     Kraft seines eigenen freien Willens ist der einstige, Gott zuvor so nahe gestandene Großengel zum Satan geworden, und eine große Schar anderer Engel zu seinen Teufeln; ihm hat Gott erklärt, wohin ihn sein vorgefaßtes .Tun führen, bringen, und was aus ihm und aus denen, die er an sich ziehe, werden wird; hat er aber dem Worte Gottes Gehör gegeben, Seine Erklärungen angenommen, Seine Mahnungen beherzigen -und befolgen wollen ?

(6)     Nein, sondern kraft seines eigenen freien Willens hat er sich wider Gott gewendet und mit Seinesgleichen das himmlische Reich verlassen, um weit, weitab von Ihm und Seiner Welt das schaffen und tun zu können, was im Reiche Gottes unbekannt und unmöglich ist; dieses, den Welten des - himmlischen Reiches Unbekannte, Fremde und Unmögliche, schafft er nun mit den Seinen dort in den Fernen aus eigenem freiem  Willen wider Gott und wider alles, was Gottes ist, nur um von den Seinen der  Heilige,  Schöpfer und Gott genannt zu werden.

(7)     Gott  ist  Die ewige Wahrheit ! Das wußten und wissen wir  von  Ihm,  aus  Seinem  Munde, durch Sein heiligstes Wort; und vor  diesem  trau­rigen und  furchtbaren  Geschehen  wußten wir  von einer Lüge nichts, kannten nicht einmal das  Wort; nun aber kennen wir nicht nur  das  Wort  und  die Bedeutung des Wortes Lüge sondern auch ihr  Wesen, ihre Kraft und den, der sie geschaffen hat - und erst jetzt, so  wir  die  Lüge  ah, in und aus dem Lügner kennen, ermessen  wir  die  unendlich über  alles  erhabene,  reine  und heilige Bedeutung der Kraft  Gottes  ewiger Wahrheit !

(8)     Im  Wesen  Seiner   ewigen  Wahrheit   ist Gott Das wahre Licht und Das wahre ewige Leben ! Das wußten und wissen wir  durch  Sein  heiligstes Wort; die wahre Bedeutung und die  unendlich  über alles  erhabene  Große,  Reinheit  und  Heiligkeit dieser  Kräfte  Seines  Wesens  und Geistes  haben wir gleichfalls jetzt erst voll erkannt,   seitdem wir das unendliche Gegenteil an, in  und  aus,  dem .Lügner kennen, der voll Finsternis  alles  zu ver­derben sucht, was  Gottes  ist.

(9)     Wir wissen noch nicht, was die Finsternis und. Lüge des Verderbers noch  ersinnen,  schaffen, zeitigen, und  welche  weiteren  Folgen  alles das haben wird; das aber wissen wir, daß es - weil  es gegen  Gott, gegen  alle. und  gegen alles, was Gottes ist, erdacht  und  gerichtet ist - am furchtbarsten gerade an jenen sich auswirken  wird in aller Zukunft, die  daran  teilnehmen  und mitwirken.

(10)  Weil  der  Verderber,  Lügner  und Satan das  Wort "Wahrheit" kraft des Wortes  Gottes kennt, beansprucht er, von den Seinen auch der  Wahrhaftige genannt zu sein, und sie nennen ihn auch  so, weil er das, was er schaffen zu können ihnen  vor­gegeben hatte, tatsächlich auch schafft  und  zwar das, was  seinem  Worte  nach  allein  er, Gott aber nicht schaffen kann -  und wir sagen euch, daß  dieses  Wort  des Satans das einzige ihm gebliebene Bröcklein  jener ewigen Wahrheit bildet, in Der er nicht  bestanden ist und wider Die er sich wendet;  denn  sagt  er, daß  Gott  nicht  das. schaffen  kann,  was  er  schaffe, sagt er die Wahrheit !

(11)  Was Gott für uns geschaffen  hat, damit wir selbst darin schaffen können, das  kennen  wir alle und wissen  auch  jetzt  erst  recht, wie zufrieden, glücklich und selig wir  darin  waren, jetzt, da euch alles  ängstigt, mehr  aber  noch  uns, und da wir in Gefühlen aufgehen, die  uns   unbekannt,  fremd waren, die  wir  nicht  einmal  nennen  können!  Daher klaget ihr: o wehe, wehe uns !

(12)  Es ist doch  auch  zu  euch  geredet  worden, auch ihr habt das heiligste Wort  Gottes  gehört; wir alle mit jenen Mitengeln und Mitkindern .Gottes,  die in Seinem Reiche bei Ihm  geblieben  sind, haben  euch erklärt, euch  gebeten, gemahnt  und  wieder  gebeten, auf  die  Großsprechereien  des  Lügners,   Verderbers und der Seinen nicht  zu . hören - und  siehe, nun  hat der  eigene  freie  Wille  des  eigenen Geistes  eines jeglichen unter euch wider alles obsiegt.

(13)  Und darum sagen wir euch :

Wer wie ihr sich  also  von  Gott  abwendet und so eigen- wie mutwillig  Sein  Reich  verläßt,  um der Finsternis  nachzugehen, wer  das  heiligste  Wort Gottes  in  sich  unterdrückt,: um  Lügen zuzuhören und  an  ihrer  Bosheit  etwa  auch  noch Gefallen  zu finden, der mußte eben ' an  diesen  Abgrund   gelangen und das sich also  selbst  bereitete  und  sich selbst geschaffene  Übel ' tragen, denn  alles  das ist  kraft eueres eigenen freien Willens geschehen.

(14)  Wir ändern haben uns  von  Gott nicht abgewendet , aber  kraft  unseres  eigenen  freien Willens sind wir mit euch gegangen  und  kraft  desselben  unseren freien Willens  bleiben  wir  bei  euch, da. wir wissen, daß  Gott - Der  Die  ewige  Wahrheit,. Das wahre Licht und Das wahre  ewige  Leben  ist - keinen, auch nicht den allergeringsten  Einzelnen  unter   uns umkommen  lassen  wird,  so  er  sich  wieder  zu  Ihm wendet.

(15)  So aber, wie und was ihr nun  geworden   seid, taugt keiner und kann keiner in  das Reich Gottes eingehen - für an jetzt ist  es  zu spät ! -  Wir   aber wissen, daß  Gott  Großes  zur  Rettung aller  derjenigen  schaffen  wird, die gerettet  zu werden  verlangen und wollen werden.

(16)  Niemand von uns hat  jemals  das  Werden des Seienden gesehen und niemand von uns hat  jemals  ein  Vergehen des Seienden - Lebendigen und des von  Gott  Geschaffenen gekannt; nun  aber  sehen  wir  an  dem Schaffen des  Lügners  und  Verderbers,  an  dem  Schöpfer  des Pfuhles höllischer Finsternis ein  Werden  des  Nicht-gewesenen, und ein  scheinbares  Vergehen  werdet  ihr mit uns an euch selbst kennen lernen müssen.

(17)  Für den Satan, für die  Seinen und  für  euch ist das  Licht  des  Reiches  Gottes  selbst vergangen ; - für ihn und die Seinen  sicher  für   immer, da  sie  ihr  eigenes  Reich,  den  Pfuhl  der   Hölle schaffen und ausbauen  werden;   -   für die meisten von euch wohl aber nicht für immer, da  das   Trachten, Kinder  Gottes wieder  zu werden, in vielen nicht verlöschen wird.

(18)  Von  Gott  wissen  wir, daß  wir mit euch einem  Geschehen  entgegengehen,  in  dem  uns  alle das   erste   Sterben  trifft,  der   Schein   eines Nichtmehrseins,  der  Schein  eines  Todes,  den  es in Der Wahrheit  nicht  gibt, doch  aber  durch  das Sterben ein Zustand, aus dem  uns  allein  Er  durch eine  neue Schöpfung  erwecken  kann  und   erwecken wird, die  dem  Zustande,  in  welchem  sich   euere Seele und euer  Geist  an jetzt  befindet,   angemes­sen  sein,  uns  allen  aber  das  bieten  wird, was uns  nötig  ist, um den Weg  zu  Ihm  in  Sein Reich wieder finden zu können.

(19)  Ist  diese  Seine  zweite  Schöpfung  für  uns  da -und wir wissen, daß sie  schon  im  Beginne  zu werden ist - werden  wir  nach  und  nach  alle  hingelangen,  ein  Werden  an  allem    Seelisch-Geistig-Lebendigen  kennen  lernen, aber auch ein  Vergehen, da wir dort ein zweitesmal  sterben  werden  müssen.

(20)  Es wird  ein  augenscheinliches  Werden  und Vergehen   sein,   wohl  in  der  Wirklichkeit   der Schöpfung,  in  derselben  augenscheinlichen   Wirklichkeit  begründet,  an  und  in  sich  selbst aber der  Wirklichkeit  nur  ein  Schein, da es ein  Werden und  Vergehen  des   Seelisch-Geistig-Lebendigen' in seinem Grundwesen nicht  gibt, weil  dieses  ewig ist.

(21)  Die  zweite  Schöpfung  Gottes  für uns wird uns alles geben, um  dort  leben,  schaffen und den Weg gehen zu  können, der  uns  zu  Ihm  führen wird, in das Licht Seiner ewigen  Wahrheit  und  zum wahren ewigen Leben in Seinem  Reiche,  welches  ihr frei-, eigen- und  mutwillig  verlassen  habt,  oder aber, auch dort  den  jetzt  eingeschlagenen   Weg weiter  gehen  zu  können, der  in den  Pfuhl hölli­scher  Finsternis  führt,  den  der böse Geist   und Vater der Lüge mit den Seinen schafft.

(22)  Sehet euch und uns an ! Wie  wir jetzt noch, also trüget auch  ihr  an  euerem  seelischen  einen wunderbaren  himmlischen  Leib;   was   von   diesem wunderbaren Leibe habt  ihr  aber  noch  eigen ?  Und sehet, bald wird euch gar nichts  davon  mehr  eigen . sein, schon sind  so  viele  seiner  fast  ganz verlustig  worden  und  schon  hören  sie  unser   Wort nicht mehr, schon ist  ihr Bewußtsein  am Verlöschen - schon ist das erste Sterben da.

(23)  Und da sie noch so und ähnlich in allerlei diesen und ändern Hinweisen und Worten zu den Scharen sprachen, hob das Wehklagen  und das Geschrei der Verzweiflung dermaßen an, daß  ich  zu  flüchten versuchte, mich aber voll Entsetzen nicht rühren konnte.

(24)  Ich sah da Seelen ohne- den gehabten himmlischen  Leib  wie  tot, andere an ihrem Hals und um sich herumgreifend  und  wie  nach  Stütze blindlings  suchend, wieder  andere  in  Verzweiflung  schreiend,  ein ungeheuerlich ausgedehntes Feld eines unbeschreiblichen Jammers.

(25)  Die lichten Engel und Großengel aber traten zusammen, wandten ihr Angesicht den Hohen des Reiches Gottes zu, erhoben ihre Hände und sprachen :

Allgütiger ewiger  Gott ! Vater alles  Lebens ! Deinem heiligen Geiste und Worte folgend, bleiben wir unter diesen Scharen, um  Dir  und  ihnen  zu dienen, wann, wie und  wo   immer -Du,   heiliger Gott, uns dazu rufen wirst.

Dir sei Preis, Ehre, Kraft, Anbetung  und Herrlichkeit in Ewigkeit !

 

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28. Juli 2010 20:11:02 +0200