Baphomet
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 Inhaltsverzeichnis dieser Struktur

Die „Figura“ Baphomet 2

Ein Begriff und ein mythischer Gegenstand. 2

Eine magische Apparatur. 3

Das mystisch/magische System. 3

Magische Maschine. 4

Zur Figur des „Großen Baphomet“. 4

Das Beleben der „Figura“ des großen Baphomet. 6

Die Figur. 7

Die Braut. 7

Die Belebung. 7

Apokryphe Spuren. 8

Berlin-Tempelhof 8

Murano. 9

Niederösterreich. 9

Im Elsaß. 9

Zu der Schlüssel-Erzählung. 10

„Die Braut des Baphomet“. 10


 

Die „Figura“ Baphomet  

 

zum Foto der Baphomet Figura 

Ein Begriff und ein mythischer Gegenstand.

 

Im Mittelalter gelangte die „Geheimwissenschaftliche Sektion“ des Tempelritterordens in den Besitz außergewöhnlichen Wissens. Teils aus Italien, teils durch Tauschgeschäfte mit Hasan Ibn Sabbah aus dem Orient.

 

Diese „Geheimwissenschaftliche Sektion“ der Templer hatte ihre Hauptsitze auf der Achse Augsburg-Wien-Genua. Diese Templerformation war es, die dem Orden seinen geheimnisvollen Flair eintrug. Denn der Templerorden war nur in administrativer und militärischer Hinsicht eine geschlossene Einheit. In spiritueller Hinsicht waren die Unterschiede sehr groß. Die Mehrheit der Templer hing einem mehr oder weniger häretischen Christentum an. In England, Nordfrankreich und Westdeutschland waren Arianische Strömungen verbreitet, in Ost- und Südfrankreich, Portugal und Mitteldeutschland herrschte das Marcionitertum vor, welches dem Glauben der Katharer verwandt war. In Süddeutschland/Österreich und Italien entwickelten sich rein heidnische Glaubensmodelle. Auf diese geht auch der „BAPHOMET“ zurück, ein häufig mißverstandenes Sinnbild. Seit Eliphas Lévy im 19. Jahr-hundert die Templerische Darstellung der Eklesias, der Kirche, irrtümlich als Baphomet bezeichnete, geistert dieser Fehler durch die esoterische Literatur. Lévys bekannte Zeichnung geht auf die symbolische Darstellung der Kirche als gefallener Engel mit Teufelskopf zurück. Insbesondere die Marcioniter sahen in dem grausamen alttestamentarischen Gott Jahwe der Bibel den Satan, in Christus hingegen die Menschwerdung des wahren lichten Gottes, der im diametralen Gegensatz zu Jahwe steht. Sie stellten also die Kirche, welche Jahwe anbetete, als einen gefallenen Engel mit Teufelskopf dar (aus dem Teufelskopf machte Lévi später einen Bockskopf). Ein weiteres häufiges Templer-Symbol, das umgekehrte Pentagramm, kommt ebenfalls aus dem Marcionitertum. Es versinnbildlicht die Abkehr vom Pentateuch, den fünf Büchern Mose.

 

Die richtige Baphomet - Darstellung zeigt ein weiblich/männliches Doppelhaupt, das von einem Zopf, der von der weiblichen Kopfhälfte ausgeht, wie von einer Säule getragen wird.. Es symbolisiert die beiden allschaffenden göttlichen Ilu - Kräfte Männlich und Weiblich. Dies entspricht dem alten babylonischen Glauben (s.a. Ilu Ischtar). Vor dem ersten Weltkrieg fand der Altorientalist Edmund Meyer einen solchen „Baphomet“ altbabylonischen Ursprungs, welcher sich heute in Bagdad befindet. Hier wird auch das Wort Baphomet klar: Es heißt eigentlich: „Bab - Kome“; das bedeutet: „Tor zum Lichtstrahl“ (Bab = Tor, Kome = Lichtstrahl). Wie auch der griechisierte Name Babylon eigentlich „Bab Ilu“ heißt = Tor zum göttlichen Licht. Durch Übertragungen vom Akkadischen/ Babylonischen ist Altpersische, von da ins Arabische, dann ins Griechische und schließlich ins Lateinische wurde „Bab Kome“ zunächst zu „Bakome“ und endlich „Baphomet“ verformt. Es ist aber sehr eindeutig, was darunter zu verstehen ist. Das Symbol des Baphomet (Bab Kome) entspricht dem Glauben an die höchsten absoluten Gottkräfte Männlich und Weiblich, welche durch die Liebesgöttin vereinigt, bewußt und schöpferisch werden.

 

Eine magische Apparatur.

 

Was war die „Figura“ des „Großen Baphomet“, wenn wir dem Geiste ihrer Schöpfer folgen? Eine magische Apparatur! Ihr Sinn und ihre Funktion waren auf eine aus damaliger Sicht ferne Zeit ausgerichtet: Auf den Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert, als das Neue Zeitalter, das Wasserkrugzeitalter (fälschlich zumeist Wassermannzeitalter genannt). Es war innerhalb des Tempelritterordens nur eine verhältnismäßig kleine Formation, die sich solchen Ideen ganz und gar verschrieben hatte. Das Zentrum all dessen war Wien. Hinter alledem stand ein mystisch-kosmologisches Glaubenssystem, das zu kennen und zu verstehen für alles Nachfolgende wichtig ist.

 

Das mystisch/magische System.

 

Die höchste Gottheit sind die Kräfte Männlich und Weiblich, das weibliche Ilu und das männliche Ilu. In ihrer Berührung werden beide zu den Iluhe, der namenlosen Allschöpferkraft. Einen einzigen Gott, wie nach biblischer Vorstellung, gibt es demnach nicht. Unter den Iluhe gibt es jedoch viele mächtige Wesen des Jenseits; lichte, die unsere Ahnen die Götter nannten, und finstere Dämonen. Außerdem gibt es zahllose andere Wesen des Jenseits, die mitunter auch mehr oder weniger Einfluß auf die Erdenwelt nehmen. Diese diesseitige Welt ist nicht die „wahre Welt“ – denn die liegt im Jenseits –, sondern quasi ein Provisorium, das wir, die wir alle kleine gefallene Engel sind, zu unserer ersten Wiederverkörperung brauchen. Nach dem Sterben verkörpern wir uns dann in jenseitigen Welten wieder. Der Astralkörper, unser ewiger innerer Leib, bleibt dabei stets das Muster für unsere Form. Die Unterschiede zwischen Männlich und Weiblich sind ganz grundlegender Natur. Mann und Frau sind von verschiedenartigen Gottkräften erfüllt, eben entweder vom männlichen Ilu oder vom weiblichen Ilu.

 

Die bedeutsamste Gottheit unter den Iluhe ist die Göttin der Liebe (Venus, Aphrodite, Ischtar, Freyja, Aramati, Inanna etc.), denn allein durch ihre Mittlung können die beiden Urelemente zusammenkommen und schöpferisch werden (daher rühren auch die sexualmagischen Komponenten).

 

Die Wiener Baphomet - Darstellung, die schon im alten Mesopotamien ihre Vorbilder hat, soll all dies versinn-bildlichen. Zugleich ist sie eine magische Anlage. Aufgrund ganz bestimmter Abmessungen und Proportionen, sollen zwei mit Ilu - Schwingungen aufgeladene Kristalle in ihr belebt werden. Auch der Schliff der Kristalle spielt dabei eine Rolle, der eine ist für die weiblichen Schwingungen geeignet und der andere für die männlichen. Die belebende Verbindung zwischen diesen beiden kann allein von einer jungen Frau durch deren lange Haare geschaffen werden, die wie „magische Saiten“ wirken. Diese Frau übernimmt dabei gewissermaßen die Funktion der Göttin. Da der weibliche Astralkörper (im Gegensatz zum männlichen) auf großer Länge die Haare umfaßt, wirken diese wie „Antennen“ in das Reich der Göttin. Der Planet Venus, der Stern der Liebesgöttin, ist die Schwingungsschleuse zum lichten Jenseits. Der Begriff Einherier, der dabei für den männlichen Teil eine Rolle spielt, stammt aus dem Germanischen, die Mythe um die Welt der ewigen Morgenröte, die einen Mittelpunkt der Mythe bildet, stammt hingegen aus Rom. Kaiser Augustus, der ihr anhing, hatte eine Geliebte halb germanischer Herkunft. Durch diese dürfte jener germanische Begriff nach Rom eingewandert sein. Die Mythe besagt, daß es in ganz bestimmten Fällen zu Verkörperungen von Halbgöttern auf Erden kommen kann, wie auch zur Wiedergeburt bedeutender Persönlichkeiten. Dazu bedarf es mehrerer magischer Vorgänge, die immer in einer Verbindung von Mann und Frau gipfeln – in der Vereinigung der Iluhe im Licht der ewigen Morgenröte, den Strahlen der alles bewirkenden Liebesgöttin.

 

Magische Maschine

 

Die „Figura“ des Großen Baphomet ist als eine „magische Maschine“ zu verstehen. Durch sie können ganz bestimmte Schwingungen geballt und in Funktion versetzt werden. Wenn dieser Vorgang gelingt, geht vom Scheitel des baphometischen Doppelhaupts ein Strahl aus, der in Schwingungsaffinität zu „Ilum“ steht, jener unsichtbaren magischen Sonne, durch welche die göttlichen Ilu - Kräfte vom Jenseits ins Diesseits dringen (diese magische Sonne ist mißverständlicher Weise mitunter auch schwarze Sonne genannt worden, was aber nur besagen will, daß sie für das irdische Auge unsichtbar ist).

 

Wenn jene magische Apparatur also in Kraft tritt, so glaubten die Geheimwissenschaftler unter den Templern, dann würde die Macht ihres Geistes sich über die ganze Erde ausbreiten und ein neues Reich in einem neuen Zeitalter entstehen lassen.

 

Zur Figur des „Großen Baphomet“.

 

Der sogenannte „Große Baphomet“ muß um 1200 entstanden sein, kaum früher und kaum wesentlich später. Er hat vielleicht etwa zwischen 1225 und 1243 von Fall zu Fall im Templer-Ordenshaus in der Wiener Blutgasse gestanden, wofür es aber keine unmittelbaren Zeugnisse aus dem Orden gibt, sondern lediglich Annahmen von Seiten der Inquisition.

 

Die Figur hat sich, falls überhaupt, sicher nie permanent in der Blutgasse befunden. Wie gesagt, es ist nichteinmal ganz sicher, ob überhaupt! (Es haben sich manche Legenden gebildet.) Sicher befand sich die Figur zeitweilig an einem geheimen Ort in der Nähe des heutigen Klosterneuburg, bzw. heute zwischen der Stadtgrenze von Wien und Klosterneuburg (damals war das natürlich alles noch anders). Es gab ein ordenseigenes Gebäude, das völlig verschwunden ist, an der Stelle ist heute nur ein Gebrauchtwagenplatz, oder so war es jedenfalls eine Weile. Das war aber vermutlich nicht jener geheime Ort, der muß näher Richtung Wien gewesen sein. Es war schon damals streng geheim, niemand weiß das mehr.

 

Die Figur war etwa 1,25 hoch (ohne den hölzernen Sockel). Die Köpfe waren also lebensgroß. Das männliche Gesicht soll dem des Kaisers Augustus geähnelt haben (es war auch ohne Vollbart, wie ältere Darstellungen zeigen), das weibliche Gesicht war das einer vielleicht zwanzigjährigen Frau. Im Gegensatz zu späteren Darstellungen mit zwei Zöpfen gab es einen Zopf, der von der linken Kopfseite der Frau ausging, sich um des Hals (quasi des Mannes) wand und dann etwa in der Stärke des Halses nach unten verlief. Die Figur hat also wohl massiver ausgesehen als die bekannten Darstellungen. Das Zopfende geht auseinander. Diese Figur ist soweit völlig aus Gold. Unter dem auseinandergehenden Zopfende befindet sich ein oben gewölbter und unten achtkantiger Sockel aus Holz. Dieser ist wiederum mit Gold und auch mit Edelsteinen verziert, vor allem mit Karneolen (vielleicht auch ausschließlich, denn über andere Steine ist nichts bekannt, es ist aber wahrscheinlich, daß auch andere wertvolle Edelsteine, Perlen etc. aus Kreuzzugsbeute verwendet wurden). Die Höhe des Sockels ist nicht genau bekannt, er dürfte aber verhältnismäßig groß gewesen sein. Es befand sich in dem Sockel eine Schublade, darin lag die Spitze eines Frauenzopfs, auf welcher der untere Kristall zu lagern war (er kann also nicht allzu groß sein). Auf dem Scheitel des Doppelkopfs war eine Öffnung für den oberen Stein, die man nur von oben sehen konnte. Von oben nach unten verlief eine Bohrung durch Kopf und Zopf, die aber sehr dünn war, nur etwa einen halben Zentimeter (ca. 6 mm, nach alten Zoll-Maßen umgerechnet).

 

Die Figur war also massiv. Sie bestand wahrscheinlich aus einer dicken Goldschale, die in zwei Hälften um einen Holzkern zusammengeschweißt war. Das ist nur eine Annahme, manche meinen, sie sei aus massiv Gold gewesen (das Vermögen dazu wäre vorhanden gewesen).

Hergestellt wurde die Figur sicher im Raum Wien. Einige Details sollen von einem Handwerker in oder aus Augsburg angefertigt worden sein. Diese Figur war kein „offizielles“ Templerwerk, sondern gehörte dem süd-deutsch/österreichisch/nordilalienischen Ordenszweig Augsburg-Wien-Genua.

Der untere Stein „Garil“ (Gral) ist geklärt, er stammt aus dem Besitz des Königs Nebukadnezar II. von Babylon, der ihn bis auf Sargon I. zurückgeführt haben soll (so lautet die Annahme). Ob der obere Stein der „Schwarze Stein“ im Untersberg ist, ist eine Annahme. Dagegen spricht, daß die Figur sicher vor 1226 hergestellt wurde. Die Mythe kann jedoch leicht älter gewesen sein (eventuell sogar assyrischen Ursprungs, man denke an die Erscheinung der Isais bei den Resten von Ninive, wo Hubertus sie erstmals sah und Anweisungen empfing). Dieser Punkt ist also unklar. Allerdings würde die Form der Einlassung im Doppelhaupt ganz genau passen. Auch Darstellungen mit der spitz oben herausragenden Hälfte des Steins würde genau passen. Es paßt auch die Übergabe durch ein weibliches Wesen (Isais), da es der „weibliche“ Kristall ist, während der untere, „männliche“ auf einen König zurückgeht.

 

Die Spur der Figur verliert sich 1243/44. Die letzten Informationen darüber kommen von der Inquisition, worin angenommen wird, sie sei nach Berlin geschafft worden. Quasi intern gibt es darauf keine Hinweise. Später wurde aber allgemein angenommen, die Figur sei nach Berlin geschafft worden. Wie gesagt: Es gibt für diese verbreitete Annahme kein unmittelbares Zeugnis. Ebenso nicht über die Blutgasse. Intern läßt sich nur sicher sagen, daß die Figur irgendwo zwischen (nach heutiger Ortslage) Wien und Klosterneuburg war und dort wohl auch bleiben sollte, zumindest ursprünglich. Wenn man spekulieren will, käme auch Genua als „Fluchtort“ in Frage, und falls das zuträfe, später Murano bei Venedig, ein Refugium des Bucintoro (siehe auch dazu).

 

Genua wurde zu einem Schwerpunkt, weil dort zahlreiche von einem der Kinderkreuzzüge gestrandete deutsche Kinder blieben und von dortigen Adselsfamilien aufgenommen wurden, und die deutsch-italienische Achse daher sehr eng war. Aber, nochmal, es gibt kein internes Zeugnis darüber, daß die Figur ihren Entstehungsplatz jemals verlassen haben muß!

 

Ferner wäre zu sagen, daß die Titulierung „Der große Baphomet“ aus jüngerer Zeit stammt, während ursprünglich immer nur von „Der Figur“ (FIGURA) die Rede war und sie nicht im Rahmen des offiziellen Templerordens bestand. Wahrscheinlich hatten auch die „Ritter vom schwarzen Stein“ nichts oder nur indirekt mit ihr zu tun bzw. in untergeordneter Stellung (eventuell als Hüter des oberen Steins oder ähnlich). Es gibt Hinweise darauf, daß es eine Frau gab, die vorwiegend in Wien war, aber aus Genua stammte, welche bei alledem Regie führte. Eine solche Frau ist mehrfach intern erwähnt. Man muß dazu wissen, daß der Templerorden in Italien nicht sonderlich ausgeprägt und daher auch kaum von Ville neve du Temple in Paris aus kontrolliert wurde, wo ja bis zuletzt zwar Häresie, aber doch bis zu einem gewissen Grade Christentum herrschte, während auf der Achse Augsburg-Wien-Genua „die Göttin“ verehrt wurde, welche, eindeutig mit der römischen Venus und der babylonischen Ischtar gleichzusetzen ist.

 

So weit also, wie sich diese Fragen im Augenblick beantworten lassen. Die Frage nach dem materiellen Wert der Figur ist wohl klar: Er war sehr hoch. Man muß daher auch damit rechnen, daß sie im Laufe der Zeit gefunden und um ihres Materialwertes willen zerstört worden sein könnte.

 

Aus der Wiener Blutgasse ist weitgehend sicher bloß das lebensgroße Wandbild der Göttin mit den flügelartig ausgebreiteten Haaren. Das Zeugnis stammt zwar nur von der Inquisition, ist aber glaubhaft. Intern ist über diese Darstellung in der Blutgasse nichts überliefert – wie es überhaupt über das Haus in der Blutgasse so gut wie nichts gab, es war ja kein geistliches Haus, sondern ein Kontor! Die Darstellungsweise der Göttin in dieser Form ist aber mehrfach und sehr sicher bezeugt.

 

Das Beleben der „Figura“ des großen Baphomet.

 

Die Figur.

Diese ist so vorzubereiten, daß ohne Umstände sowohl der Sockel wie auch das Doppelhaupt erreicht werden kann. Die Höhe der Figur ist 127 cm, vom Scheitel des Doppelhaupts bis zum Sockelbeginn. Auf dieser ganzen Länge, durch Doppelhaupt, Frauenzopf und auseinandergehendes Zopfende, verläuft auch die vertikale runde Bohrung mit einem Durchmesser von 0,6 cm. Auf der Mitte des Doppelhaupts befindet sich eine vierkantige, nach unten konisch zulaufende Vertiefung; die Tiefe beträgt 7,3 cm, die Kantenbreite oben 5,2 cm. Dies ist die Einlassung für den oberen Stein/Kristall, den weiblichen „Ilua“, dessen untere Spitze dann in den Anfang der Bohrung reicht, während die obere Spitze zum Himmel hin ausgerichtet ist. Der untere Stein/Kristall, der männliche „Garil“, liegt unten flach und berührt den unteren Bohrungseinlaß. Über den Sockel sind keine exakten Beschreibungen vorhanden. Er ist halbkugelförmig und unten auf einem abermaligen achtkantigen Sockel befestigt. Über den oberen, halbkugelförmigen Teil des Sockels breitet sich das offene Zopfende aus. In diesem Sockel befindet sich eine Schublade.

 

Die Braut.

Sie soll eine schöne, würdige Frau in einem Alter zwischen 17 und 27 Jahren sein. Sie braucht besonders dichte, füllige und dabei möglichst glatte Haare von mindestens 85 cm Länge. Für den Akt der Belebung der Figur müssen diese genau 3 magische (babylonische) Ellen plus eine Fingerbreite haben, das heißt eine Länge von ca. 79 cm, gemessen vom Ende des Mittelscheitels am Hinterkopf bis zu den Spitzen; die Länge muß völlig gleichmäßig sein. Auf dieses Maß werden die Haarspitzen am Anfang des Vorgangs rituell geschnitten. Da sie keinen einzigen Millimeter kürzer als 79 cm geraten dürfen, damit die Figur belebt werden kann, wohl aber ein wenig länger sein können, ist ein Sicherheitsmaß von ca. 81 bis 82 cm vorgesehen, mehr jedoch nicht. Die abfallenden Spitzen werden sodann in den Sockel gelegt; es genügt, wenn diese Schnipsel ca. 3 cm messen, falls es mehr ist, kommt alles hinein. Sodann wird die Braut gekrönt. Die Krone hat die Form eines Diadems, welches aus goldenen Lorbeerblättern in Größe ca. 1:2 besteht, die auf einem silbernen Reifen angebracht sind. Der Reifen entspricht einem Haarreifen, der auf den Kopf gesteckt wird und an beiden Seiten vor die Ohren reicht, wo das Silbergeschmeide breiter wird und somit festen Halt gewährleistet. Oben hat der Silberreifen zwei halbrunde, nach hinten gerichtete Ansätze, welche rechts und links des Mittelscheitels in die Haare geschoben werden.

 

Die Belebung.

Dann werden der Braut die Haare in zwei gleichen Hälften vor die Schultern gehoben und nochmals glattgekämmt. Zuerst wird ihr jetzt der untere, der männliche Stein/Kristall angereicht. Diesen schiebt sie, hochkant, in die Enden ihrer Haare, und zwar so, daß er völlig in diesen verschwindet. So hält sie ihn mit der linken Hand fest. Dann wird ihr der obere, der weibliche Stein/Kristall angereicht. Diesen schiebt sie zwischen ihren Brüsten senkrecht in die Haare, so daß auch dieser völlig von ihnen umhüllt ist. So hält sie diesen mit der rechten Hand fest. In dieser Weise verharrt die Braut, bis die Schwingungen voll fließen, was einige Minuten dauern wird. Dann beginnt von ihrem Scheitel und auch von den Haarenden her ein Leuchten in hellroter Farbe. Wenige Augenblicke darauf erfaßt ein rötliches, leicht ins Violette gehendes, Leuchten ihre gesamten Haare (diese sind fortan, wie sie überhaupt, unverletzlich). Bald nimmt das rötliche Leuchten an Scheitel und Haarenden der Braut eine violette Farbe an. Dieses Leuchten umhüllt dann die ganze Braut für einige Augenblicke und zieht dann unten durch die Haarenden nach innen, ehe es aufhört. Jetzt werden die beiden Steine/Kristalle an ihre Plätze in der Figur gegeben. Nach wenigen Augenblicken beginnt der sichtbare obere Teil des oberen Steins/Kristalls auf dem Doppelhaupt zu leuchten, gleich darauf sendet er den affinen Ilu-Strahl aus.

 

Die magische Ehe der Braut mit dem Erwählten findet in der folgenden Nacht statt (das Baphomet-Symbol ist ein sexualmagisches Zeichen). Die Darstellungsweise in der Geschichte „Die Braut des Baphomet“ kommt der Wahrheit sicher sehr nahe.*

 

Apokryphe Spuren.

 

Um den Verbleib der goldenen „Figura“ des Großen Baphomet haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Gerüchte und Legenden gebildet, die durchwegs wenig Wahrscheinlichkeit für sich haben. Dennoch soll aus Gründen der Vollständigkeit darüber gesprochen werden.

 

Berlin-Tempelhof

Das zeitweilig am verbreitetsten gewesene dieser Gerüchte wollte wissen, die Figur sei nach Tempelhof (Berlin) geschafft und dort in einem unterirdischen Tempel versteckt worden. Die Wahrscheinlichkeit, daß es so gewesen sein könnte, erscheint äußerst gering. Man muß sich nur vorstellen, welche Risiken mit dem Transport dieses Heiligtums über eine so weite Strecke zu jener Zeit verbunden gewesen wären. Trotzdem hat kein Geringerer als Heinrich Schliemann sich mit dem Gedanken getragen, die „Figura“ Baphomet in der Gegend von Tempelhof zu suchen.

Die geheimnisumwobene unterirdische Tempelanlage dürfte tatsächlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts angelegt worden sein. Dabei haben vermutlich die beiden sogenannten „Templeroffenbarungen“ eine Rolle gespielt. Zweifellos war die „Geheimwissenschaftliche Sektion“ des Ordens davon überzeugt, daß dieser Ort in kommender Zeit noch Bedeutung gewinnen würde (was ja zumindest teilweise auch eingetroffen ist). Also hat der Orden im Raum des heutigen Berlin-Tempelhof fraglos ein geheimes Refugium geschaffen, das zur Beherbergung besonderer Heiligtümer bestimmt gewesen war. Sogar noch die Nazis sollen danach gesucht haben – so vergeblich wie alle übrigen, die den Versuch unternahmen. Es ist anzunehmen, jener unterirdische Tempel von den Tempelrittern selbst noch verschüttetet und damit unauffindbar gemacht worden ist. Ein geeignetes Versteck hätte um 1243 in Tempelhof also wohl zur Verfügung gestanden – sofern es möglich gewesen wäre, die „Figura“ von Wien aus dort hin zu schaffen.

 

Murano

Eine nächste Legende will wissen, die Figur sei über Genua auf die Insel Murano bei Venedig geschafft worden. Das stets unauffällig gewesene Templerquartier in Genua muß bis Mitte des 13. Jahrhunderts noch verhältnismäßig unangefochten, wenngleich inoffiziell, bestanden haben. Auch hier stellt sich allerdings die Transportfrage. Sollte es gelungen sein, die Figur nach Genua zu bringen und dort sicher zu verbergen, so wäre vorstellbar, daß es geheimen Anhängern der Bruderschaft später hätte gelingen können, sie nach Murano zu schaffen, wo bis ins 18. Jahrhundert hinein eine Besitzung des Bucintoro - Geheimbunds bestanden hat. Diesem geheimen Orden, welcher fraglich direkte Bezüge zu den Templererben hatte, muß es gelungen sein, in der Republik Venedig erheblichen Einfluß zu erlangen, der später sogar bin an einige deutsche Fürstenhöfe reichte (auch Friedrich v. Schillers unvollendeter Roman „Der Geisterseher“ berührt übrigens diese Thematik).

 

Niederösterreich

Die wohl wahrscheinlichste Behauptung spricht davon, die „Figura“ sei an einen geheimen Platz im heutigen Niederösterreich verbracht worden. Dies erscheint aufgrund des verhältnismäßig günstigen Transportwegs am ehesten vorstellbar. Um welchen Ort es sich dabei ggf. handeln kann, läßt sich nicht sagen. Spekulationen sind darüber schon zahlreiche angestellt worden. Mit Sicherheit dürfte man nicht dort suchen, wo schon damals Templerbesitzungen bestanden haben, sondern müßte von einem besonders unauffälligen Platz ausgehen, vielleicht von einem Gebäude, das inzwischen längst nicht mehr besteht oder über dessen Fundamenten inzwischen ein anderes errichtet worden ist.

 

Im Elsaß

Eine weitere Legende spricht davon, die Figur sei in eine kleine Templerniederlassung im Elsaß geschafft worden. Diese Variante erscheint besonders unwahrscheinlich, da im nahen Frankreich (das Elsaß gehörte damals noch nicht zu Frankreich) und dem ganzen westlichen Europa die Templerverfolgung massiv war. Schon der Weg dort hin wäre voller Risiken gewesen, und eine ehemalige Templerniederlassung würde ganz sicher der ungeeignetste Ort gewesen sein.

 

Die allgemeine Logik spricht dafür, daß die wertvolle Figur irgendwann von irgendwem gefunden und in Materialwert verkauft wurde. Doch es hat auch schon so mancher Schatz Jahrhunderte und Jahrtausende in einem Versteck überdauert – auch das wäre also für den „Großen Baphomet“ möglich. Schließlich kann auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, daß die Figur während all der Zeit mehr oder weniger unter der Obhut einer geheimen Templer-Erbenorganisation gestanden haben mag; etwa so, wie es in der Geschichte „Die Braut des Baphomet“ angenommen wird. Dann gäbe es die „Figura“ noch heute, doch kein Außenstehender würde sie finden. Dies ist jedoch von allen Möglichkeiten wohl die phantastischste.

 

Zu der Schlüssel-Erzählung

Die Braut des Baphomet

(Verfügbar via Damböck-Verlag, A-3321 Ardagger, Markt 86)

 

Im Jahre 1983 hatte eine Wienerin namens Agnes, damals im Alter von 19 Jahren, ein merkwürdiges Erlebnis. Sie schrieb es in einem Tagebuch nieder, so weit es sie unmittelbar anbetraf und für sie überschaubar war. Später fügte sie Ergänzungen hinzu, teils, was sie vor der zeitweiligem Wahnsinn verfallenen Lydia noch hörte, teils auch Resultate ihrer persönlichen Nachforschungen hinsichtlich der historischen Hintergründe. Agnes ist eine Frau mit kühlem Kopf, sie neigt nicht zu Phantasmen. Um so mehr haben sie die seinerzeitigen Ereignisse beeindruckt. Das Bild des „Baphomet“ wurde tatsächlich gemalt, die Malerin (die nicht Agnes‘ Schwester, sondern eine Freundin war), wurde tatsächlich wahnsinnig, es erfolgte auch ein tätlicher Angriff gegen Agnes, der sie veranlaßte, Wien zu verlassen (sie lebt inzwischen bei Düsseldorf, ist glücklich verheiratet und mehrfache Mutter). Erst im Dezember 1997 entstand unter dem Titel „Die Braut des Baphomet“ eine authentische Fassung der Geschichte.

Die Geschichte, die unter dem Titel „Die Braut des Baphomet“ entstanden ist, hat die von Agnes niedergeschriebenen Texte zur Grundlage, ist jedoch außerdem dramaturgisch erweitert worden. Es lohnt sich dennoch für Interessierte, diese Geschichte zu lesen; sie ist die vielleicht einzige Quelle, die einige echte Aufschlüsse über die mythischen Hintergründe des Großen Baphomet der Tempelritter und die damit verbundenen Vorstellungen und Ziele geben kann.

Diese Geschichte, die in Skriptform bestellt werden kann. steht also zwischen Phantasie und Wirklichkeit. Wirklichkeit ist das Tagebuch der Agnes S.-N., auf dem die Geschichte hauptsächlich beruht, wie auch in der Beschreibung des Äußeren jener schönen jungen Frau, an dem sich Tag nichts  geändert hat. Die erwähnten Schauplätze sind zutreffend. Allerdings befand sich das Atelier der Malerin, in einer anderen Gasse der Wiener Innenstadt. Hinsichtlich dieses Schauplatzes nimmt sich die Geschichte eine Freiheit, weil eben jener Ort, die Wiener Blutgasse, den Tempelritterorden betreffend wiederum historisch ist. Im übrigen steht fest, daß gerade dort schon vor Zerschlagung des Ordens sehr eigenständige Wege gegangen worden sind. Reale Hintergründe haben auch die Mythen, von denen die Rede ist, sowie viele Einzelheiten. Dies betrifft etwa die durchaus nicht aus der Luft gegriffene Legende um den „großen Baphomet“, die „Welt der ewigen Morgenröte“, das Reich der Göttin Venus, an welches der Kaiser Augustus glaubte, eine wichtige Rolle spielt. Zutreffend ist auch die Verbindung all dessen mit dem Untersberg. Bei Salzburg. Richtig sind sicher die Schilderungen der lichten Magie, der Bedeutung der langen Haare der Frauen sowie die angedeutete quasi sexualmagische Komponente. So weit es die Perspektive der Agnes anbelangt, sind alle magischen Aspekte richtig und auf sicheren Boden bauend geschildert.

Was hingegen die schwarzmagischen Angriffe anbelangt, wurden durch Zuhilfenahme fremder Quellen Eventualitäten rekonstruiert. Erfunden sind auch die widerstreitenden Organisationen, was nicht unbedingt bedeuten muß, es könne solche nicht vielleicht geben. Alles in allem steckt jedoch in dieser Geschichte – insbesondere im Hinblick auf die geistig-magischen Details – womöglich mehr Wahrheit als Dichtung. 

 

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28. Juli 2010 20:10:57 +0200