Z-Plan -
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 Inhaltsverzeichnis dieser Struktur

Der Z-PLAN von Admiral Wilhelm Canaris.

 

 

 

Eines der letzten weitgehend ungelösten Rätsel aus der Ära des Dritten Reiches ist nach wie vor der Z-PLAN der deutschen Abwehr, ins Werk gesetzt von Admiral Wilhelm Canaris: Z-Plan - Ziel-Plan - Zukunfts-Plan.

 

 

In der allgemeinen militärhistorischen Literatur wird der Begriff 'Z-Plan' als Bezeichnung für ein frühzeitig aufgegebenes deutschen Flottenrüstungsprogramm erwähnt. Damit hatte der Z-PLAN nichts zu tun - obwohl die Übernahme dieser Bezeichnung möglicherweise auch als günstige Tarnung gedacht war. Der Ursprung ist jedoch die Abteilung 5 der Abwehr gewesen, die intern auch als 'Abteilung Z' bezeichnet wurde. Die allgemeine Geschichtsschreibung weiß über diese 'Abteilung Z' nur, daß dort die geheimsten und ungewöhnlichsten Dinge vor sich gingen. Da weitgehend im Dunkel liegt, welcher Natur diese Dinge waren, wird der 'Abteilung Z' mitunter alles mögliche unterschoben, womit sie sicher überhaupt nichts zu schaffen hatte - je nach politischer Tendenz reicht die Bandbreite von angeblicher Widerstandstätigkeit bis zu Sonderaufgaben für Hitler. Die Wahrheit ist - so viel kann gesagt werden -, daß von der 'Abteilung Z' all jene Aktivität der Abwehr ausging, die in die mittelfristige oder sogar fernere Zukunft reichten, resp. reichen sollte. Dies umschließt mit hoher Wahrscheinlichkeit die meisten der weitreichenden Geheimmaßnahmen, die zwischen 1936 und 1944 geplant und zum Teil auch verwirklicht wurden.  

 

Zunächst ist eine Betrachtung der Persönlichkeit des Chefs der Abwehr, des großdeutschen Geheimdiensts, nötig: Admiral Wilhelm Canaris.

Heutzutage gilt er allen Seiten als undurchschaubar. Die einen behaupten, er sei ein Widerständler gegen den Nationalsozialismus gewesen - wofür es keinen einzigen stichhaltigen Beweis gibt. Die anderen meinen, er wäre aus dem Hintergrund einer der ambitioniertesten Helfer Hitlers gewesen. Auf alle Fälle war er ein engagierter Patriot. Es trifft zu, daß Wilhelm Canaris sich mit Adolf Hitler ausnehmend gut verstand, dem er seine bedeutende Karriere verdankte, ebenso mit Heinrich Himmler. Weltanschaulich war Canaris das, was als rechts-konservativ bezeichnet werden kann. Die Demokratie lehnte er schon seit der Weimarer Zeit entschieden ab. Er war aber auch ein Gegner des Totalitarismus und verwendete sich beispielsweise für die anständige Behandlung russischer Kriegsgefangener. Wilhelm Canaris war dem Dritten Reich sicher loyal und vertrat grundsätzlich auch dessen Ideen, doch dem 'realexistierenden Nationalsozialismus' stand er nicht unkritisch gegenüber.

 

Vielleicht ist es am besten, an dieser Stelle zu zitieren, was Rudolf J. Mund in seinem Werk "Vom Mythos der Schwarzen Sonne" schreibt:

 

Wilhelm Walter Canaris, geboren am 1. Jänner 1887 in Aplerbeck, Kreis Dortmund, ins Unbekannte eingegangen am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenburg. Dazwischen lag ein Leben voll von so ungeklärter, zwielichtiger Konzeption, wie es nur das der großen Initiierten oftmals sein kann, ja sein muß. Als Admiral und deutscher Offizier stand er an der Spitze einer gigantischen Organisation, die unter dem Namen 'Abwehr' zum geschichtsbildenden Faktor de Zweiten Weltkriegs ward. Er wuchs jedoch weit darüber hinaus. Für ihn war diese Organisation Vorhof manches Vertrauten, den er in eine ganz andere Aufgabe einführen wollte. Man hat versucht, diese Aufgabe als Weltorganisation deutscher Einflüsse zu definieren. Sie war und ist mehr als das. Canaris war ein geschichtliches Regulativ, das sich weder der NS-Aggression noch der Widerstandsleistung ganz verschreiben konnte. Deshalb gilt er vielfach nach beiden Seiten als Verräter. Er war es nicht, denn er diente der unbekannten, übergeordneten Aufgabe. Er war das, was Dr. H. Fritsche vielleicht als "merlineske" Persönlichkeit bezeichnen würde. Sein Abtritt von der profanen Weltbühne fügt sich harmonisch in dieses Bild. Wir wissen nicht, welchen Mysterien Canaris angehörte, aber wir fühlen und erkennen ihn als einen der großen Realesoteriker unseres Jahrhunderts. Wir verspüren sein Genie und sein legendäres Schnelldenken an allen Ecken und Enden unserer Gegenwart. Es liegt etwas von seinem feinen, sensiblen Humor in der Luft. Wir entbieten ihm, der unserer Zeit so sehr das Siegel seiner Persönlichkeit aufzudrücken vermag, unseren Gruß:

Möge Dir die Schwarze Sonne noch lange leuchten.

 

Die Frage, welchen Mysterien Wilhelm Canaris angehörte, läßt sich zumindest insoweit beantworten, wie er u.a. mit jenem 'magischen Damenkreis' in Verbindung stand, der - intern - auch 'Vril - Gesellschaft' genannt wurde. Ein weiterer Hinweis mag sein, daß er die Schwarze Sonne in das Siegel seiner Organisation 'Kette' aufnahm.

 

Bezüglich der Umstände um sein Verlassen dieser Welt gibt es viele Unklarheiten. Die Hinrichtung ist offenbar ohne Befehl von oben durch Über-eifrigen erfolgt. Canaris besaß bis zuletzt das Vertrauen Himmlers und wahrscheinlich auch Hitlers. Einiges spricht dafür, daß die Inhaftierung überhaupt nur eine Tarnungsmaßnahme war, denn Canaris konnte von dort aus ungehindert seine Pläne weiter verfolgen, sogar mit zunehmender Unterstützung durch die SS und Himmler. Es gibt auch nicht den geringsten glaubhaften Hinweis auf einen Verrat (angebliche verräterische 'Canaris-Tagebücher' gab es nie, sie sind eine Erfindung der Nachkriegszeit). Menschen, die Wilhelm Canaris besonders nahe standen, schließen nicht aus, daß er seine Hinrichtung selbst inszenierte, um nicht in Feindeshand zu geraten - und zugleich, um seine Geheimnisse vollkommen zu decken; denn wenn der Feind ihn für einen NS-Gegner hielt, würde das die beste Tarnung gewesen sein ...

Wie es sich im einzelnen wirklich verhielt, das wissen wir nicht - weil Admiral Canaris nicht wollte, daß es irgend ein Außenstehender es weiß. Was wir jedoch wissen - bis zu einem gewissen Grade -, bezieht sich auf seinen Z-PLAN, auf dessen Ursprung und Ziel.

 

Gegen Ende 1941 wurden durch die Ausweitung des Kriegs mit Rußland und den USA die Kräfteverhältnisse für Deutschland immer ungünstiger, von einem schnellen Sieg konnte keine Rede mehr sein. Die politische Führung erkannte dies nicht. In Erwartung eines schnellen Siegs wurde von dieser die folgenschwere Entscheidung, alle neuen Rüstungsprogramme zu stoppen, die nicht binnen eines Jahres Frontreife erlangen konnten. Insbesondere für die Luftwaffe und die U-Boote mußte sich dies verhängnisvoll auswirken. Menschen wie Canaris und andere weitsichtige Offiziere, ebenso Techniker und Industrielle sahen die Gefahren sehr klar. Wichtige neue Entwicklungen, etwa die als neuer Standardjäger geplante Me 309 und auch der Düsenjäger Me 262, ebenso andere fortschrittliche Waffensysteme, sollten laut Führungsentscheidung nicht weiterbetrieben werden; noch immer glaubte die Regierung an einen baldigen Sieg, und offener Widerspruch war zu jener Zeit kaum möglich. Zu diesem Zeitpunkt erwiesen sich die deutschen Waffen dank des technischen Gesamtvorsprungs denen der Gegner noch als überlegen. Doch die Feindmächte arbeiteten mit Hochdruck an neuen Waffengenerationen. Die Deutsche Industrie tat dies aus Eigeninitiative ebenfalls - jedoch ohne Unterstützung durch die Führung.

 

Diese Lage erfüllte Admiral Canaris mit Sorge - zumal bereits Vernichtungsabsichten einflußreicher Kreise in Amerika gegen das deutsche Volk insgesamt bekannt geworden waren, wie etwa der 'Kaufman - Plan'(-> Nahum Kaufmann : „Germany must perish“ (ein Vorläufer des Morgenthau - Plans)). Canaris' Geheimdienst hatte umfassende Informationen aus dem Ausland beschafft, die in vielerlei Hinsicht alarmieren mußten. Deutschlands neue Hauptgegner. Rußland und die USA, kannten nicht nur keinerlei Rohstoffknappheit, sondern verfügten auch über enorme Produktionskapazitäten. Diesbezüglich war nicht nur Amerika, sondern auch Rußland ein gefährlicher Gegner. Geheimdiensterkenntnisse hatten überdies ergeben, daß Rußland auch in technischer Hinsicht ein besonders ernstzunehmender Gegner war. Die zu erwartenden neuen russischen Panzer (T 34) und Flugzeuge (Jak 3/9 und Lagg 5) würden besser sein als die westlichen, und sie waren 1942/43 in großen Stückzahlen zu erwarten. In Amerika wurden neue, weitreichende Jagdflugzeuge entwickelt; die den gegenwärtig eingesetzten deutschen gleichwertig oder sogar überlegen sein würden (P 47 und P 51). Für 1942/43 mußte damit gerechnet werden, daß große amerikanische Bomberverbände von tausenden Jägern begleitet das Reich angreifen Würden. Canaris verfaßte zu alledem eine Denkschrift mit besonderer Betonung

 

darauf, daß der Krieg durch die Luftherrschaft entschieden werden würde, Deutschland müßte also seinen Vorsprung insbesondere bei den Jagdflugzeugen unbedingt halten und möglichst noch vergrößern (hier hat sicherlich auch die persönliche Bekanntschaft zwischen Admiral Canaris und General Galland eine Rolle gespielt).

 

Bei der Führung, namentlich bei Hermann Göring, stieß dieses mahnende Papier auf Ablehnung. Es entsprach dem, was Adolf Galland (General der Jagdflieger) erst wenige Wochen zuvor dargelegt hatte und sich dafür als "Defätist" beschimpfen lassen mußte. Hitler selbst erklärte, sein Interessensgebiet sei der Landkrieg, die Luft wäre Görings Angelegenheit.

                       

In den Monaten September bis Dezember 1941 führte Admiral Canaris Gespräche, teils persönlich, teils telefonisch, mit verschiedenen ebenfalls besorgten Persönlichkeiten, so u.a. Adolf Galland, Erich von Manstein, Karl Dönitz, Valerio Borghese, August von Mackensen, Rolf Engel, Eugen Sänger, und Traute A.* sowie mit führenden Vertretern der Industrie, u.a. von Arado, Dornier, Focke-Wulf, Heinkel, Siemens, Henschel, Daimler-Benz, DSF, Gotha (wahrscheinlich auch Junkers, Blohm & Voss, Messerschmitt und Fiat, was jedoch ungewiß ist). Ferner führte Admiral Canaris in dieser Angelegenheit ein Gespräch mit Heinrich Himmler, der die technische Truppe der SS anwies, ggf. mit der Canaris-Initiative zusammenzuarbeiten, wozu es jedoch vorerst nicht kam.

 

Es wurde beschlossen, einen Fonds zur Förderung neuer, technisch besonders fortschrittlicher Waffen zu schaffen. Daran beteiligten sich die Firmen Arado (nebst Antriebstechnische Werkstätten), Dornier, Heinkel, Siemens, Daimler-Benz, DSF und Henschel sowie die 'Abwehr' des Admirals Canaris, also der deutsche Geheimdienst. Das Projekt wurde in der Abteilung 5 - auch Abteilung Z genannt- der Abwehr organisiert, es erhielt die Bezeichnung "Z-PLAN" (Ziel-Plan). Die so gegründete Organisation bekam den Namen "Die Kette." Sie war eine Angelegenheit strengster Geheimhaltung, jedoch durchaus mit Duldung durch die Führung, Hitler und auch Himmler wurden informiert.

 

Fortan beschäftigte sich die Abteilung Z des großdeutschen Geheimdiensts mit nichts anderem mehr als der Verwirklichung des Z-Plans. Dieser sah zunächst die Schaffung von Kampfmitteln zur weltweiten Erringung der Luftherrschaft vor, auch über Amerika. Die fortschrittlichsten Fluggeräte - Jagdflugzeuge, schnelle Fernbomber, auch Lenkwaffen - wurden ins Werk gesetzt, sofern nicht bereits in Grundentwicklungen vorhanden.

 

Die Aufgabenteilung innerhalb der Kette war, daß die Abwehr Devisen und schwer zu beschaffende Rohstoffe besorgte und gleichsam die Abschirmung sicherte, während die Techniker und Industriellen für die Verwirklichung der Projekte sorgten und die Offiziere praktischen Rat gaben.

 

* Der Nachname wird mit Rücksicht auf die Familie nicht genannt.

 

 

Aus dieser Initiative resultierten u.a. folgende Projekte:

Ar 240, Ar 234, Ar 555, Fw 190D/Ta 152, Ta 154, Fw 'Neos', Do 335, Do 317. He 162, He 219, Vr 7, Vr 8, Vr 9, Go 228, DSF 146, Hs 172, Hs 193, Hs 194, DFS 346, D-B Z/E, Marschflugkörper Fritz und Enzian etc..

 

Die geheimsten Projekte des Z-Plans waren zweifellos die Ar 555, die Fw Neos, die He 1078 und die Vr - Geräte - die "Vril" - Raumschiffe. Die Produktionsstätten dieser Waffen lagen, so weit bekannt, in Brandenburg, Niederbayern, im Raum Dresden, Krefeld und in der Steiermark.

 

Einige dieser Projekte kamen über das Planungsstadium nicht hinaus, andere gelangten bis zur Frontreife, verschiedene wurden noch mit Erfolg eingesetzt. Zu einer umfassenden Unterstützung der Z-Plan-Projekte und Übernahme für den Fronteinsatz kam es jedoch nicht, im Gegenteil, Maschinen wie die He 219 oder die Do 355 wurden behindert; nur die Fw 190 D und, sehr spät, die Ar 234 sowie die Marschflugkörper können als ein praktische Resultate der Initiative bezeichnet werden. Als bei der Führung endlich die Erkenntnis der Notwendigkeit neuer Waffen durchdrang, wurden solche bevorzugt, die nicht aus der privaten Z-Plan-Initiative hervorgegangen waren. So die sicher wertvollen V1 und V2 und die zweifellos hervorragende Me 262, die allerdings um Jahre zu spät wahrgenommen und dann auch noch falsch eingesetzt wurde. Zu spät ging auch die Ju 188 in Serie gegangene sowie weitere Maschinen insbesondere von Messerschmitt und Junkers, die überwiegend nicht mehr zur Frontreife gelangten. Hier ist auch der "Amerikabomber" Me 264 zu nennen, der zwar etwa der amerikanischen B 29 entsprach, aus deutscher Sicht jedoch schon im Entwurfsstadium veraltet war und auch im Falle der Fertigstellung ohne weit-reichende Begleitjäger verloren gewesen wäre. Arado und Focke-Wulf boten sehr viel bessere Lösungen an; auch das Daimler-Benz-Projekt Z/E hätte den Zweck besser erfüllen können. Inwieweit die Vr - Geräte (Rundflugzeuge/'Flugscheiben') rechtzeitig zur Fronttauglichkeit hätten gebracht werden können, ist schwer zu beurteilen (es ist im übrigen auch nicht restlos sicher, ob die VR-Geräte wirklich Flugscheiben waren). Diesbezüglich setzte man womöglich mehr auf die BMW-Entwicklungen und auf die H-Geräte (Haunebu / Hauneburg) der technischen Truppe der SS, die auch an der Kraftstrahlkanone 'Donar' arbeitete.

 

Endlich zum Jahreswechsel 1943/44 dürften auch in Kreisen der politischen Führung erstmals ernsthafte Sorgen bezüglich der Kriegsentwicklung wach geworden sein. Es kam zu einem Treffen führender Köpfe der 'Kette' und der technischen Truppe der SS und wahrscheinlich sogar zu einem Gespräch mit Adolf Hitler selbst. Das Ergebnis war ein partielles Zusammenwirken, über dessen Einzelheiten jedoch nicht viel bekannt ist.

 

 

In der zweiten Hälfte des Jahres 1944 kam es zu einer Veränderung in der Struktur der Kette - aus dem Forschungsförderungsfonds wurde ein Geheimbund. Admiral Canaris war unter Verratsvorwurf inhaftiert worden. Insbesondere Dank Himmlers ungebrochenem Vertrauen in ihn, konnte er seine Arbeit jedoch weitgehend unbehindert fortsetzen. Die Hinrichtung von Canaris am 9. April 1945 erfolgte höchstwahrscheinlich ohne Befehl von Hitler, auf alle Fälle ohne Wissen Himmlers.

 

Beginnend mit Sommer 1944 nahm der Z-PLAN eine neue Gestalt an, aus dem Ziel-Plan wurde der Zukunfts-Plan - die Schaffung allerletzter Reserven, die  auch nach einer militärischen  Niederlage des Reiches noch wirksam werden konnten - eine 'Kette', die notfalls über mehrere Generationen halten mußte! Für diesen neuen, sehr weitreichenden Z-PLAN wurden ausgedehnte unterirdische Anlagen geplant und zumindest teilweise fertiggestellt. In diesen Anlagen wurden die letzten Geheimwaffen des Großdeutschen Reiches für einen eventuellen Gegenschlag bereitgehalten, um Kaufman - und Morgenthau - Plänen vorzubeugen - und darüber hinaus, um in Zukunft der Wiedererhebung des deutschen Volkes eine Grundlage zu geben.

 

Während seiner Inhaftierung unterhielt Canaris besonders engen Kontakt zu Himmler, beziehungsweise dieser zu ihm. Es ist anzunehmen, daß in der sich abzeichnenden Schlußphase des Krieges nun alle Kräfte zusammenwirkten. Die bei der technischen Truppe der SS in Wiener Neustadt entwickelte 'Kraftstrahlkanone' dürfte zur Ausrüstung der wahrscheinlich in einsatzbereitem Zustand vorhandenen Einzelstücken der Vr 7, außerdem wurden einige Ju 288 und Do 317 mit dieser Waffe bestückt. Somit verfügte das Reich über einige wenige, jedoch äußerst wirksame Waffen für einen eventuellen letzten Gegenschlag.

 

Parallel zu diesen Bemühungen des Z-Plans fand die Weiterführung von Projekten statt, die bereits früher aufgenommen worden waren: Die überseeischen Stützpunkte des Großdeutschen Reiches.

 

Auch hier war die Initiative von Wilhelm Canaris ausgegangen. Schon während des Ersten Weltkriegs hatte er mit dem Kreuzer 'Dresden' die antarktische Region bereist und auch zur Antarktis gehörende vorgelagerte Inseln betreten. Der Gedanke, daß geheime Stützpunkte dort für Deutschland sehr wertvoll sein müßten, kam ihm schon damals.

 

Seit 1936 rechnete Canaris mit einem gegen Deutschland gerichteten zweiten Weltkrieg. Insbesondere die geheimdienstlich beschafften Informationen über die strategische Rüstungspolitik Großbritanniens und der USA erhärteten diese Befürchtung. Seine Warnungen fanden bei der deutschen Regierung jedoch kein Gehör, die deutsche Rüstung blieb rein taktisch ausgelegt, nur für begrenzte Konflikte geeignet.

 

Allein der damalige Großadmiral Reader teilte Canaris' Befürchtungen. Er unterstützte die Idee geheimer überseeischer Stützpunkte. Damit wurde der Grundstein für die deutsche Antarktis - Unternehmung gelegt, die 1938 zur völkerrechtlichen Inbesitznahme des Gebiets 'Neuschwabenland' für das Großdeutsche Reich führte.

 

Gleichfalls schon vor Kriegsausbruch hatte Admiral Canaris einen deutschen Geheimstützpunkt auf den Kanarischen Inseln ins Werk gesetzt. Dazu hatte er sich mit dem dort lebenden Deutschen Gustav Winter ins Einvernehmen gesetzt. Unter stiller Duldung der befreundeten spanischen Regierung, wurde die Halbinsel Jandia auf Fuerteventura zu einer deutschen Luft-Basis ausgebaut (später, in Zusammenwirken mit Karl Dönitz, soll Jandia auch zur Versorgung von U-Booten genutzt worden sein).

Jandia, im Atlantischen Ozean gelegen, war ein idealer Stützpunkt zur Zwischenlandung für weitreichende See-Fernaufklärer (Fw 200 C). Es dürften auch einige deutsche Flugzeuge zeitweilig auf Jandia fest stationiert gewesen sein; zumindest zwei Me 110, deren Hauptaufgabe es darin bestand, eventuell erscheinende feindliche Fernaufklärer abzuschießen, noch ehe solche das Geheimnis hätten weitermelden können. Später soll diese Aufgabe von zwei oder drei Ar 240 wahrgenommen worden sein, gegen Kriegsende womöglich durch zwei Do 335 verstärkt. Hier handelte es sich um Prototypen besonders leistungsfähiger Flugzeuge, die jedoch nicht zur Serienfertigung gelangt waren.

Unbestätigten Berichten zufolge sollen dort auch einzelne Ju 390, P 108 (italienisch), Do 317 und Flugboote Bv 222 auf dem Weg nach Neuschwabenland Station gemacht haben, möglicherweise auch auf Flügen nach Südamerika, wo seitens der SS namentlich in Peru an einem weiteren Geheimstützpunkt gearbeitet worden ein soll.  

 

Auf jeden Fall tat der geheime Stützpunkt Jandia auf Fuerteventura gute Dienste. Unbestritten ist, daß dieser auf Canaris zurückging. Wäre dieser Mann ein Verräter gewesen, so hätte der Gegner sicher nicht erst Monate nach Kriegsende entdeckt, daß sich dort ein deutscher Stützpunkt befand.

 

Inwieweit die überseeischen Basen mit dem Z-PLAN in Verbindung stehen, ist ungewiß, wahrscheinlich in keiner direkten. Die Mittel des Z-Plans dürften in unterirdischen Anlagen in der Heimat konzentriert worden sein, in der heutigen Bundesrepublik Deutschland und in Österreich. Daß solche geheimen Anlagen existieren, ist längst kein Geheimnis mehr - wo sie sich aber befinden und was sie enthalten, das ist noch immer ein großes Geheimnis.

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28. Juli 2010 20:11:05 +0200