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Die Braut des Baphomet.
 

Lesen hier die Einleitung zur Fortsetzungsreihe "Die Braut des Baphomet" nach einer Textskizze des Tagebuchs der Agnes S.N. in der autorisierten Originalfassung vom Dezember 1997:


Diese nachfolgende Geschichte der Reihe
"Die Braut des Baphomet" steht zwischen Phantasie und Wirklichkeit. Wirklichkeit ist das Tagebuch der Agnes, auf dem die Geschichte hauptsächlich beruht, wie auch in der Beschreibung des Äußeren jener schönen jungen Frau, an dem sich Tag nichts  geändert hat. Die erwähnten Schauplätze sind zutreffend. Allerdings befand sich das Atelier der Malerin (die eine Freundin, nicht die Schwester der Agnes war), in einer anderen Gasse der  Wiener Innenstadt. Hinsichtlich dieses Schauplatzes nimmt sich  die Geschichte eine Freiheit, weil eben dieser Ort, die Wiener Blutgasse, den Tempelritterorden betreffend wiederum historisch ist. Im übrigen steht fest, dass gerade dort schon vor Zerschlagung des Ordens sehr eigenständige Wege gegangen worden sind. Reale Hintergründe haben auch die Mythen, von denen die Rede ist, sowie viele Einzelheiten. Dies betrifft etwa die durchaus nicht auf der Luft gegriffene Legende um den „großen Baphomet“, die „Welt der ewigen Morgenröte“, das Reich der Göttin Venus, an welches der Kaiser Augustus glaubte, eine wichtige Rolle spielt. Zutreffend ist auch die Verbindung all dessen mit dem Untersberg. Bei Salzburg. Richtig sind auch die Schilderungen der lichten Magie, der Bedeutung der langen Haare der Frauen sowie die angedeutete quasi sexual-magische Komponente. So weit es die Perspektive der Agnes anbelangt, sind alle magischen Aspekte richtig und auf sicheren Boden bauend geschildert. Was hingegen die schwarzmagischen Angriffe anbelangt, wurden durch Zuhilfenahme fremder Quellen Eventualitäten rekonstruiert. Erfunden sind auch die widerstreitenden Organisationen, was nicht unbedingt bedeuten muss, es könne solche nicht vielleicht geben. Alles in allem steckt jedoch in dieser Geschichte – insbesondere im Hinblick auf die geistig-magischen Details – womöglich mehr Wahrheit als Dichtung!

 

Prolog
 

Wien im Jahre 1243  

Mitternacht in einer engen Gasse des mittelalterlichen Wien, die nach den Ereignissen der kommenden Stunden vom Volksmund einen Namen erhalten wird, der heute auf dem Straßenschild steht: Die „Blutgasse”.

An den hohen Wänden des Kellergewölbes unter dem Wiener Ordenshaus der Tempelritter loderten Fackeln. Von der Decke herab hingen an Ketten große schmiedeeiserne Schalen, von denen aus brennendes Öl helles Licht verbreitete. Die gewölbte Decke des großen grottenartigen Raums hatte der Ruß der Ölfeuer geschwärzt. In dieser Nacht sollte hier eine Zeremonie stattfinden, eine Zeremonie von ganz besonderer Art: Die „Figura” des ”Großen Baphomet” würde für den Aufgang eines noch fernen neuen Zeitalters magisch aufgeladen werden, das sich mit Beginn des XXI. Jahrhunderts ausbreiten und die Erde beherrschen würde. Alle Vorbereitungen für die Zeremonie sind getroffen worden. Um Mitternacht, wenn der Stern Venus eine ganz bestimmte Position am Himmel eingenommen haben würde, musste das hohe Ritual vollzogen werden. Zwei Ritter enthüllen die hohe Figur, die bis dahin von einem violetten Tuch verdeckt gewesen war. Jetzt erstrahlte der große Baphomet. Es war eine merkwürdig anzuschauende Figur aus purem Gold. Sie zeigte ein Doppelhaupt mit einem weiblichen und einem männlichen Gesicht. Von der weiblichen Kopfhälfte ging ein langer, starker Zopf aus, der das Doppelhaupt wie eine Säule trug. Unten ging das Zopfende über einem gewölbten, mit Edelsteinen verzierten achtkantigen Sockel auseinander. Der große Baphomet war ein Sinnbild für die ewige Gottheit, welche aus den Kräften Männlich und Weiblich besteht. Die als Frauenzopf ausgebildete Säule wies auf die Bedeutung jener weiblichen Kräfte hin, welche, in Gestalt der Liebesgöttin, zur Vereinigung der beiden göttlichen Bestandteile leiten und somit zum schöpferischen Akt. Diese „Figura” stand auf einem runden, siebenstufigen Sockel aus poliertem Basaltgestein. An der nach Norden weisenden Wand gab es einen geschmückten Altar. Auch dieser war aus glänzendem Basalt. Über dem Altar ragte die goldene Statue einer Göttin auf. Ihr Unterleib glich einer Lilie, aus der sie herauszuwachsen schien. Die langen Haare der Göttin breiteten sich aus wie im Winde wehend, so dass sie an Flügel erinnerten. Es waren die geistigen Schwingen der Göttin Ischtar, der Venus, durch welche sie gleichsam ihre Kräfte ausstrahlte. Vor diesem Altar standen drei junge Frauen in langen lachsroten Gewändern, die mit silbernen Lilien verziert waren. Die Frau in der Mitte trug ihre bis unter die Hüften reichenden braunen Haare offen, die beiden anderen hatten die ihren zu ebenso langen Zöpfen geflochten. Eine der beiden war blond, die andere schwarzhaarig. Diese drei schönen Frauen standen völlig still. Zweiundvierzig Männer formierten sich in der Grotte um die Baphomet-Figur herum und blickten schweigend auf die drei Frauen bei dem Altar. Die Männer trugen weiße Mäntel mit schwarzumrandeten roten Dornenkreuzen darauf. Sie warteten still, bis die brünette Frau mit den offenen Haaren, die Priesterin der Göttin, zu sprechen begann. Ihre Stimme war hell und sanft, doch der Hall in der Grotte gab ihr einen kräftigen Klang, als sie sprach: „Jetzt naht die erste Stunde der Göttin. Doch noch fern ist ihre zweite, die zur Vollendung führt. Zunächst wird es gelten, die Zeit der Finsternis durchzustehen – durch manche Generationen – bis das Licht erwacht und die Göttin ihre Kräfte auf Erden entfaltet. Dies wird erst sein, wenn sich der Wasserkrug öffnet(das Wasserkrugzeitalter/ Wassermannzeitalter kommt) auf dem Grat vom zwanzigsten zum einundzwanzigsten Jahrhundert. Bevor das neue Licht kommt, wird die Finsternis fürchterlich wüten. Doch gewiss ist schließlich der Sieg unserer heiligen Göttin.” Die zweiundvierzig Männer riefen im Chor: „Es wird sein!” Und nun sprachen auch die blonde und die schwarzhaarige Frau: ”Es wird sein.” Die Priesterin sagte dieselben Worte noch einmal und griff dabei mit einer Hand in ihre schimmernden nussbraunen Haare. Mit der anderen Hand gab sie zugleich den Männern im Kreise ein Zeichen. Diese alle neigten für einen Augenblick die Köpfe. Es war, als müssten sie etwas verinnerlichen, was ihnen nicht leicht fiel. Dann wendeten die Ritter ihre Umhänge. Diese waren nun schwarz mit weißumrandeten roten Dornenkreuzen. Und die Männer sprachen im Chor: „In den finsteren Zeiten wird vorherrschen das Schwarz der Trauer.” Die drei Frauen sprachen: „Wenn aber die Morgenröte der Göttin aufsteigt am Himmel der Zeit, dann wird ihre rosige Farbe überall herrschen, die blutigen Kreuze werden weichen der leuchtenden Lilie der heiligen Göttin der Liebe. „Und die Männer wiederholten: ”Wenn aber die Morgenröte der Göttin aufsteigt am Himmel der Zeit, dann wird ihre rosige Farbe überall herrschen, die blutigen Kreuze werden weichen der leuchtenden Lilie der heiligen Göttin der Liebe.” Der Nachhall der Worte verklingt. Abermals herrscht Schweigen in dem Gewölbe. Nun streckte die Priesterin ihre Arme aus und sagte: „Der erste der Ritter komme zu mir, der auserkorene für den Einherierweg. „Ein stattlicher Mann von wohl vierzig Jahren trat vor und ging bis an den Altar heran. Die Priesterin sprach: „Nun wird der Geist des Großen Kaisers in den Baphomet hineingerufen werden für manche Jahrhunderte, damit er einst neu erstehen möge, um diese Welt zu regieren im Geiste und im Namen der Göttin.” Damit reichte sie dem vorgetretenen Ritter ihre Hände, und dieser ergriff sie. Die beiden anderen Frauen bereiteten ein purpurnes Lager zwischen dem Altar der Göttin und der Baphomet-Figur. Unterdessen sprach die Priesterin – und ihre Worte schienen sowohl an den vor ihr stehenden Ritter wie auch an alle Anwesenden gerichtet zu sein: „Die ewigen Kräfte des Ilu, des Männlichen und des Weiblichen, allen Göttlichens Gipfel und höchste Macht, sollen jetzt zeugend werden zum anderen mal.” Damit ließ sie die Hände des Ritters los. Die beiden Assistentinnen traten heran. Der Ritter übergab der einen seinen Mantel, Gurt und Schwert, die andere entkleideten ihn sodann vollständig. Die erste Asisstentin legte das Schwert des Ritters vor den Altar. Mit einer Flasche Rosenöl kam sie wieder und salbte damit den nun unbekleideten Körper des Ritters. Die andere Assistentin löste inzwischen mehrere mit silbernen Lilien verzierte Spangen an dem Gewand der Priesterin. Die Hülle aus lachsrotem Samt fiel von ihr, und unbekleidet stand die Priesterin dar. Die Assistentinnen zogen sich zurück, und nur zwei Menschen standen sich vor dem Altar gegenüber: Der erste Ritter und die Priesterin – ein Mann und eine Frau. Der Widerschein offenen Lichts schimmerte auf ihrer Haut, zeichnete die Formen der zwei Körper wie mit einem rötlich-goldenem Pinsel. Die langen braunen Haare der Priesterin aber glänzten nun wie blankes Kupfer. Die Priesterin sprach: „Im Angesicht der Göttin wird gleich der Geist des Kaisers, des großen Augustus, erstehen im astralen Liebesakt. So wird er seinen Weg nehmen.” Eine der beiden anderen Frauen, die blonde, nahm nun vom Altar einen breiten, scharfen Dolch und schnitt sich damit die unterrsten Spitzen ihrer Zopfenden ab, nur wenige Zentimeter. An den Schnittstellen erschien sogleich der Hauch eines rötlichen Lichts. Sie übergab den Dolch der schwarzhaarigen Frau, und auch diese schnitt sich die äußersten Enden ihrer Zopfspitzen damit ab. Auch bei ihr begannen die Schnittstellen leicht rötlich zu leuchten. Sodann legte sie den Dolch auf den Altar zurück und gab ihre Zopfspitzenenden der anderen Blonden. Diese ging zur Figur des Baphomet und zog in deren Sockel eine kleine Schublade auf. Sie nahm einen funkelnden Kristall heraus und streute die Haarspitzenschnipsel hinein. Den Kristall indes brachte sie der Priesterin. Diese hielt ihn dem entkleideten Ritter hin und sagte: „In diesen männlichen Stein, den Garil(Gral), wird nun des Kaisers Geist Einzug halten. Ilua, das weibliche Gegenstück, liege sicher verborgen im heiligen Berg Wodins(Odin/Wotan) und harrt der neuen Zeit. Für deren Geburt werden dann die beiden Kristalle im Großen Baphomet vereinigt werden durch eine würdige Frau.” Die Priesterin hielt sich nun den Kristall zwischen ihre Brüste, und der Ritter küsst ihn dort. Die Assistentinnen hoben der Priesterin deren lange Haare vom Rücken vor die Schultern. Die Priesterin hielt den Kristall jetzt unten in die Enden ihrer Haare und sagte: „Die Ströme des göttlichen Lichtes Ilu fließen!”. Ihre Haare begannen auf ganzer Länge in einem hellen rötlich-violetten Schimmer zu leuchten. Dieses Leuchten erfaßte bald ihre ganze Gestalt. Der Ritter kniete vor ihr nieder und küsste die Spitzen der langen Haare der Priesterin. Auch auf ihn ging dadurch das rötlich-violette Leuchten über. Der Ritter erhob sich wieder. Die Priesterin reichte jetzt ihm den Kristall. Er hielt ihn für einen Augenblick empor. Das rötlich-violette Leuchten erfasste den ganzen Raum. Jetzt lösten die beiden Assistentinnen ihre Haare auf, und auch aus diesen erstrahlte nun das rötlich-violette Leuchten, es durchflutete das gesamte Gewölbe und überstrahlte gleichsam das Licht der Fackeln und aus den Ölschalen. Eine der Assistentinnen nahm dem Ritter den Kristall aus der Hand, hüllte ihn in die Enden ihrer Haare und brachte ihn zur Figur des Großen Baphomet. Dort wartete die andere Assistentin. Diese übernahm den Kristall und legte ihn im Sockel der Figur auf die Zopfspitzenenden. Jetzt entkleiden sich auch die beiden Assistentinnen und stellten sich auf die dritte Stufe des Sockels. Sie zogen ihre Haare nach vorn und flochten sie sich zu einem einzigen dicken Zopf, durch den sie nun miteinander verbunden waren. Das Schwarz und das Blond ihrer Haare in einem einzigen Zopf gab diesem ein besonderes Aussehen: Es versinnbildlichte, dass zwei verscheidende Kräfte, die sich im großen Baphomet vereinigten. So blieben die beiden Frauen still stehen. Auf einmal begann sich die Baphomet-Figur mit einem leisen mahlenden Geräusch zu drehen – und die männliche Gesichtshälfte blickte jetzt zum Altar und auf das dort zusammenstehende Paar, den ersten Ritter und die Priesterin. Die Runde der Ritter begann ein leises melodisches Summen, und die beiden Frauen auf dem Sockel des Baphomet griffen an ihren starken gemeinsamen Zopf und riefen dazu die göttlichen Mächte an. Die Priesterin und der erste Ritter umarmten einander, sie vollzogen den Liebesakt vor dem Altar der Liebesgöttin. Dabei wurde das Leuchten um sie herum immer stärker und rötlicher – bis sich die beiden Gestalten in ein purpurnes Licht auflösten. Die Strahlen dieses Purpurlichts ballten sich und wurde von dem doppelten Zopf der beiden Frauen bei der Baphomet-Figur angezogen. Es hüllte auch diese beiden völlig in Purpurschein, sammelte sich in dem starken Zopf und ging von dort aus in die Figur des großen Baphomet ein. Die Priesterin und der erste Ritter indes waren für diese Welt verschwunden. Ihre letzte Spur war ein rötlicher Schimmer in den zusammengeflochtenen Haaren der beiden Frauen auf dem Sockel des Baphomet.

Draußen rückten unterdessen die Truppen der Inquisition an und stürmten dieses letzte noch bestehende Ordenshaus der Tempelritter. Die oben im Gebäude gebliebenen Templer, die nicht an der Zeremonie des Großen Baphomet teilgenommen hatten, setzten sich zur Wehr. Binnen Augenblicken war die Gasse vom Klirren der Schwerter erfüllt. Ein Templer eilte in das Kellergewölbe, um die anderen zu warnen. Aber der Waffenlärm war ohnehin schon selbst dort drunten zu hören. Soeben war die Zeremonie vollendet. Die meisten der Ritter eilten nach oben zum Kampf. Trotz der feindlichen Übermacht gelang es ihnen, die ersten Angreifer wieder aus dem Haus hinaus zu drängen und weitere zunächst am Eindringen in das Gebäude zu hindern. Um so heftiger entwickelte sich der Kampf auf der Gasse. Unten in der Andachtsgrotte wurden indessen die wichtigsten Heiligtümer in Sicherheit gebracht: Die Statue der Göttin und der große Baphomet. Mühsam hoben drei Ritter den großen Baphomet von dessen steinernem Sockel, andere nahmen die Statue der Göttin. Die beiden durch den gemeinsamen Zopf aneinander gefesselten Frauen betätigten einen verborgenen Mechanismus. Sie konnten sich noch nicht voneinander lösen, die Kraft der Ilu-Schwingungen machte sie bis zu einem gewissen Grade zum Bestandteil einer anderen Sphäre. Sie wären in diesem Zustand auch unverwundbar gewesen. Das konnte jedoch nur einige Minuten anhalten. Dann würde das rötliche Licht aus ihren Haaren weichen, der gemeinsame Zopf würde sich dann auflösen lassen, und die beiden Frauen wieder ganz dieser Welt angehören. Zwar blieben ihre Haare noch unverletzlich, doch gegen einen Lanzenstich wären sie nicht mehr gefeit. Sie musste sich daher schnell in Sicherheit bringen. Dies um so mehr, wie sie noch eine wichtige Aufgabe zu erfüllen hatten: Mit ihnen würden die tapfersten der überlebenden Templer Kinder zeugen, deren Blutslinie über viele Jahrhunderte fortbestehen sollte. Eine Wand öffnete sich in einen breiten und hohen Gang. Ein Ritter ergreift eine Fackel. Die Frauen, die den geheimen Gang kannten, gingen im Dunklen voran. Hinter ihnen und den Männern, die die beiden Figuren trugen, schloss sich die Wand wieder; keine Spur blieb mehr von diesem Geheimnis zu sehen.

Auf der Gasse wurden die anzahlmäßig weit unterlegenen Templer nach und nach niedergehauen. Auf Befehl des Inquisitors werden sogar noch den Gefallenen die Kehlen durchgeschnitten, wie nach alttestamentarischem Opferritus, so dass das Blut der Templer über das Pflaster der Gasse strömte, wonach sie ihren Namen erhalten sollte: Blutgasse. Als die Soldaten der Inquisition den unterirdischen Kultraum erreichten, war dort nichts mehr außer brennenden Fackeln und leeren Podesten.

Auf Anordnung des Inquisitors hin, der das Schlachten unbeteiligt beobachtet hatte, wurde der letzte Templer am Leben gelassen und zum Verhör in die Folterkammer gebracht.

Nur sieben Männer und die zwei Frauen waren aus dem Ordenshause entkommen. Jetzt standen sie in einem anderen, größeren Gewölbe. Auch hier gab es einen runden siebenstufigen Sockel aus Basaltgestein, welche jenem in dem anderen Keller glich, und ebenso einen gleichen Altar. Die Männer hatten die Statue und die Figur des großen Baphomet plaziert. Sie verhüllten diese Figur und dann auch die Statue der Göttin. Die beiden Frauen konnten ihre Haare nun wieder auseinander lösen und sich bereitliegende Kleider anziehen. Ein Blick in das Gewölbe zeigte, dass dieser Raum häufig benutzt wurde und wohl den eigentlichen Aufbewahrungsort der Heiligtümer darstellte. Die neun Überlebenden begaben sich in einen an das große Gewölbe anschließenden kleineren Raum. Dort gab es einen Tisch und Stühle. Einer der Ritter entzündete bereitstehende Kerzen. Die neun setzten sich an den Tisch, ohne zu sprechen. Mehrere Minuten verstrichen in Schweigen. Schließlich sagte einer der Ritter mit kräftiger Stimme: „Es wird sein!” Alle anderen wiederholten diese drei Worte. In der Folterkammer der Inquisition lag der gefangene Templer auf den Streckbrett. Daneben standen zwei Folterkechte und brachten über einem von Blasebälgen angefachten Feuer ihre Foltereisen zum glühen. Der Inquisitor befahl den Beginn der Tortur. Nach einer Weile fragte er den geschundenen Templer: „Sage, wohin habt ihr eure Götzenbilder verbracht?” Ein Mönch in Dominikanerkutte stand mit Feder und Pergament bereit, um eventuelle Aussagen zu protokollieren. Der Inquisitor fragte nun: „Sage, wessen Geist steckt in eurem greulichen Baphomet? Ist es der von Nebukadnezar, dem König von Babylon? Oder vielleicht der von Julius Cäsar? Oder der des Kaiser Augusts? Oder des ketzerische Friedrich II.? Oder wer sonst?” Der Templer gibt keine Antwort. Dies treibt den Inquisitor in gesteigerten Zorn. Die Adern auf seiner Stirn schwellen an, seine Stimme jedoch bleibt vorerst beherrscht: „Sage, was habt ihr mit den Weibern in eurem Heidentempel getrieben? Sprich! Uns ist schon vieles bekannt!” Und was sie mit den Weibern in ihrem heidnischen Tempel getrieben hätten. – Der gequälte Templer gibt keine Antwort. – Nun fragt der Inquisitor, wo der große Baphomet versteckt sei und wie er belebt werden solle. Der Tempelritter rafft seine letzten Kräfte zusammen und sagt, die Zeit werde kommen, da der Baphomet selbst alle Antworten geben und Gericht halten werde! Dann werde sich auch der neue Kaiser zeigen! Der Ritter hob noch einmal den Kopf von der Folterbank und spuckte dem Inquisitor Blut ins Gesicht. Von Grauen gepackt, wich der Inquisitor zurück und befahl, den Templer sofort zu töten. Der Dominikaner neben ihm bekreuzigt sich mit bebender Hand. Der Inquisitor bekreuzigt sich ebenfalls und sagt mit belegter Stimme, ihnen allen werde es noch schlimmer ergehen wie jenem dort auf der Folterbank, wenn der große Baphomet zum Leben erwache und das Cäsarentum, die Herrschaft des alten Heidentums, wieder errichte. Die alten Abgötter seien nicht tot, und niemand wisse wirklich, ob sie nicht stärker seien als der Gott der Bibel – und welche Macht sie womöglich in jener Welt haben, die hinter dem irdischen Sterben stehe. Verhaltene Furcht klang in diesen Worten mit. Das Gesicht des Inqusitors war so blass wie die Kutte des Dominikaners neben ihm, allein der Widerschein brennender Feuer gab seinem Gesicht eine Farbe.  

Jahrhunderte vergehen.

Einige der überlebenden Ritter haben mit den Frauen der Gemeinschaft Kinder gezeugt.

Ihre Blutslinie begründet die geheime Erbengemeinschaft der Tempelritter.

(Fortsetzung siehe Hauptseite!)

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